Graue Tigerkatze raekelt sich auf dem Sofa.
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Neuer Weg bei der Behandlung der Katzenallergie

Das Ungewöhnliche diesmal: Nicht der betroffene Mensch, der die Symptome hat, wird behandelt, sondern die verursachende Katze!

Tränende, brennende Augen, Niesen, Schwellungen, Juckreiz oder auch Atemnot: Menschen, die allergisch auf Katzen reagieren, können ein Lied davon singen. Zwar kann die Stärke der klinischen Sym­ptome je nach Katze unterschiedlich ausfallen, dennoch sind sie zum Teil unerträglich, unter Umständen sogar lebensbedrohlich. Betroffene Patienten versuchen in der Regel, die Allergiesym­ptome mit Antihistaminika oder Kortiko­steroiden zu behandeln oder vermeiden schlichtweg den Kontakt zu Katzen. Andere versuchen es auf lange Sicht mit einer spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung). Diese ist allerdings langwierig (mind. 2–3 Jahre) und führt nicht hundertprozentig zum Erfolg. Eine auf Dauer effektive und sichere Therapie gibt es derzeit nicht, von der Aussicht auf Heilung ganz zu schweigen. Häufig endet es damit, dass sich die Betroffenen vom geliebten Vierbeiner trennen müssen oder dass der Wunsch, ein Haustier zu halten, von vornherein unerfüllt bleiben muss.

Impfstoff gegen das Allergen

Schuld daran ist in erster Linie, wenn auch nicht allein, das Allergen Fel d 1. Neunzig Prozent der Menschen mit Katzenallergie entwickeln IgE-Antikörper gegen dieses Allergen. Dieses wird in Speichel, Tränen­flüssigkeit, Analdrüsen oder auch der Haut von Katzen produziert und ist daher auch nur schwer zu kontrollieren. Und genau hier setzt die Idee der Forschergruppe um den Schweizer Immunologen und Humanmediziner Martin Bachmann an. Das Prinzip ist das gleiche wie schon in früheren Studien der Arbeitsgruppe zu neuen Therapieansätzen gegen den Juckreiz bei atopischen Hunden und das Sommerekzem beim Pferd. Aus dem rekombinanten Allergen und dem Trägervirus CMVTT, das für eine gute Immunantwort sorgt und sich bereits in den beiden früheren Studien bewährt hat, wird ein Impfstoff hergestellt, mit dessen Hilfe der Geimpfte Antikörper gegen das Allergen produzieren soll. Das Ungewöhnliche diesmal: Nicht der betroffene Mensch, der die Symptome hat, wird behandelt, sondern die verursachende Katze! Auf diese Weise soll das Allergen bereits in der Katze neutralisiert werden und es kommt gar nicht erst zur Exposition. Der allergische Effekt für den Menschen wird so verhindert oder zumindest vermindert.

Laut Studie haben die Katzen den Impfstoff gut vertragen und mit einem hohen und lang anhaltenden Antikörpertiter reagiert. Sowohl in vitro als auch in vivo konnte gezeigt werden, dass sich die Antikörper mit dem Allergen Fel d 1 verbinden und dieses erfolgreich neutralisieren.

Erfolgversprechende Behandlung für Allergiker

Menschen mit Katzenallergie – so sieht es aus – könnte also geholfen werden, indem nicht sie selbst behandelt werden, sondern indem man ihre Katzen gegen das Hauptantigen Fel d 1 impft. Auch die Katzen würden davon profitieren, da sie im Zweifelsfall nicht weggegeben werden müssen.

Originalpublikation:

Thoms F, Jennings GT, Maudrich M, Vogel M, Haas S, Zeltins A, Hofmann-Lehmann R, Riond B, Grossmann J, Hunziker P, Fettelschoss-Gabriel A, Senti G, Kündig TM, Bachmann MF (2019): Immunization of cats to induce neutralizing antibodies against Fel d 1, the major feline allergen in human subjects. J Allergy Clin Immunol 144: 193–203. DOI 10.1016/j.jaci.2019.01.050.

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