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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Evaluation of the anaesthetic depth during piglet castration under an automated isoflurane-anaesthesia at farm level

Die Beurteilung der Narkosetiefe während der Saugferkelkastration unter automatisierter Isoflurannarkose im Schweinebestand

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 129, 40-47

DOI: 10.2376/0005-9366-129-40

Publiziert: 01/2016

Summary

Piglet castration under isoflurane-anaesthesia could represent an alternative to the practice of castration without anaesthesia. The objective of this study was to evaluate practicality and effectiveness of an automated isoflurane-anaesthesia for castration. A field study on three different farms in Germany (farm A, B: 200 sows; C: 540 sows) was performed. In total, 1429 (1166 anaesthetised and 263 conventionally castrated) male piglets (age: 1–8 days; bodyweight: 0.7–3.7 kg) were monitored. All piglets were treated with nonsteroidal anti-inflammatory drugs directly before castration. Castration and anaesthesia were performed by the farm-manager in presence of a veterinarian. All farmers used the PIGNAP Pro® (Agrosystems GmbH, CH) anaesthetic device (5 vol.% isoflurane, 30% oxygen; flow rate: 2 l/min). Vocalisation and defensive movements of 1166 anaesthetised piglets was rated using a scoring system. Presence or absence of the palpebral- and flexor-reflex was noted. Approximately every second piglet was weighed and oxygen-saturation and pulsefrequency of 231 animals were measured during treatment. Rectal temperatures before and after castration of 264 anaesthetised and 263 conventionally castrated piglets were compared. Only 77% of the anaesthetised piglets showed a sufficient anaesthetic depth based on the assessment of reflexes as well as vocalisations and defensive movements. It was found that the probability for a sufficient depth of anaesthesia decreases with increasing age and weight. The measurements of the pulse-frequency and oxygen-saturation showed an average oxygen-saturation of 98% and an average heart rate of 270/min during anaesthesia. The conventionally castrated piglets had significantly higher rectal temperatures in comparison to the anaesthetised (p < 0.0001). The result of 77% sufficiently anaesthetised piglets is not adequate for commercial application of this technology.

pig
inhalation-anaesthesia
anaesthetic device
Animal welfare

Zusammenfassung

Die Ferkelkastration unter Isoflurannarkose könnte eine Alternative zur betäubungslosen Kastration darstellen. Ziel dieser Arbeit war es, die Praktikabilität und Effektivität einer automatisierten Isoflurannarkose in der kommerziellen Schweinehaltung zu bewerten. Die Daten wurden im Rahmen eines Feldversuches in drei Ferkelerzeugerbetrieben (Betrieb A, B: 200 Sauen; C: 540 Sauen) in Deutschland erhoben. Insgesamt wurden 1429 (1166 narkotisierte und 263 konventionell kastrierte) männliche Ferkel (Alter: 1–8 Tage; Gewicht: 0,7–3,7 kg) beobachtet. Allen wurde direkt vor der Kastration ein NSAID (nichtsteroidales Antiphlogistikum) verabreicht. Der Betriebsleiter führte in Anwesenheit eines Tierarztes die Narkose und Kastration durch. Alle Betriebe nutzten das Narkosegerät PIGNAP Pro® (Agrosystems GmbH, CH) (5 vol. % Isofluran in 30 % Sauerstoff; Flussrate: 2 l/min). Zur Beurteilung der Narkosetiefe wurden bei 1166 narkotisierten Ferkeln die Intensität von Lautäußerungen und Abwehrbewegungen mittels eines Scoringsystems sowie das Vorhandensein von Lid- und Flexorreflex bewertet. Ungefähr jedes zweite Ferkel wurde gewogen und die Sauerstoffsättigung sowie Pulsfrequenz während der Narkose von 231 Tieren gemessen. Des Weiteren wurden die Rektaltemperaturen vor und nach der Kastration von 264 narkotisierten und 263 konventionell kastrierten Tieren miteinander verglichen. Lediglich 895 von 1166 narkotisierten Ferkeln (77 %) zeigten eine ausreichende Narkosetiefe basierend auf Reflexkontrollen und die Beurteilung der Abwehrbewegungen und Lautäußerungen während der Kastration. Die Wahrscheinlichkeit für eine ausreichende Narkosetiefe sank mit steigendem Alter und Gewicht. Die Ferkel zeigten eine durchschnittliche Sauerstoffsättigung von 98 % und eine durchschnittliche Herzfrequenz von 270/min während der Narkose. Ferner zeigten die konventionell kastrierten Ferkel einen signifikant höheren Anstieg der Rektaltemperatur im Vergleich zu den narkotisierten Tieren (p < 0,0001). Eine Rate von 77 % ausreichend anästhesierter Ferkel stellt kein angemessenes Ergebnis für die kommerzielle Anwendung dieser Technologie dar.

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Inhalationsnarkose
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Tierschutz

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