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CIRD: Neues zu Epidemiologie und Keimspektrum in den USA

Der kanine infektiöse respiratorische Krankheitskomplex ist vielgestaltig und offenbar in stetem Wandel begriffen.

An der CIRD (canine infectious respiratory disease) können virale und bakterielle Erreger beteiligt sein. Ihre Zusammensetzung kann variieren.

Rasterfahndung in den USA
Eine epidemiologische Studie eines Diagnostiklabors in den USA beschreibt die Prävalenzen der beteiligten Erreger in 559 eingesandten Proben aus den Jahren 2011 bis 2017 und die Rolle von Koinfektionen bei der Pathogenese dieses Krankheitskomplexes. Dabei kam auch eine neu entwickelte Multiplex-PCR zum Einsatz, mit der Mycoplasma canis und M. cynos differenziert werden können. Auf folgende Keime wurde untersucht: kanines Adenovirus, Staupevirus, kanines Parainfluenzavirus (CPIV), Coronavirus, Influenza-A-Virus (H3N2 und H3N8), Bordetella bronchiseptica, M. canis, M. cynos und Streptococcus equi subsp. zooepidemicus.

Mykoplasmen auf dem Vormarsch
Am häufigsten wurde das CPIV nachgewiesen (29 %), gefolgt von M. canis (24 %) und M. cynos (25 %). Auf Rang vier stand das Influenza-A-Virus (11 %). Klassische CIRD-Keime wurden weniger häufig gefunden: B. bronchiseptica (9 %), Coronavirus (5 %), kanines Adenovirus (3 %) und das Staupevirus (2 %). Ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Prävalenz und Jahreszeit ergab sich nur für B. bronchiseptica: Dieser Keim trat signifikant häufiger in der kalten Jahreszeit auf. B. bronchiseptica war außerdem signifikant häufiger bei Hündinnen anzutreffen (12 %) als bei Rüden (5 %). Bei den Koinfektionen waren bestimmte Kombinationen besonders häufig:

  • M. cynos + CPIV
  • M. canis + CPIV
  • M. cynos + CPIV + M. canis
  • CPIV + B. bronchiseptica
  • M. canis + B. bronchiseptica

Koinfektionen gingen oft mit schwereren klinischen Symptomen einher als Einzelinfektionen. Ansonsten war der bedeutsamste Faktor für einen schweren klinischen Verlauf ein niedriges Lebensalter.

Fazit
Es ist wichtig, das Keimspektrum im Auge zu behalten und beteiligte Erreger molekulardiagnostisch abzuklären. Hieraus lassen sich prognostische Erkenntnisse ableiten und eventuell muss das Impfkonzept überdacht werden.


Originalpublikation:
Maboni G, Seguel M, Lorton A, Berghaus R, Sanchez S (2019): Canine infectious respiratory disease: New insights into the etiology and epidemiology of associated pathogens. PLoS One 14(4): e0215817. DOI 10.1371/journal.pone.0215817.

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