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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Verbreitung der Infektion mit Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis in Rinderbeständen in Sachsen und Thüringen auf Herdenebene

Spread of infection with Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP) in cattle herds in Saxony and Thuringia on herd level

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 130, 21-28

DOI: 10.2376/0005-9366-16030

Publiziert: 01/2017

Zusammenfassung

Für die Schätzung der Prävalenz von Paratuberkulose in einer bestimmten Region sind flächendeckende und mit einem einheitlichen Verfahren durchgeführte Untersuchungen notwendig. Für die Diagnostik auf Herdenebene hat sich der Nachweis von Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP) in Sockentupfern als kostengünstiges und einfach durchzuführendes Probenahmeverfahren bewährt. Ziel der vorliegenden Studie war es, eine erste Schätzung der Prävalenz auf Herdenebene in Sachsen und Thüringen zu ermöglichen. Insgesamt wurde aus 225 Rinderherden (Sachsen: 108, Thüringen: 117) je ein Sockentupfer entnommen und molekularbiologisch auf MAP untersucht. Mittels eines Fragebogens wurden Daten zu Herdengröße und Produktionsrichtung erhoben und deren Einfluss auf die Prävalenz mithilfe eines logistischen Regressionsmodells ermittelt. Insgesamt wurden 68 Herden (30,2 %) mit positivem und 157 (69,8 %) mit negativem Ergebnis untersucht. MAP-positive Sockentupfer wurden signifikant häufiger in Herden mit mehr als 100 Kühen festgestellt (Chancenverhältnis 4,13). Hinsichtlich der Produktionsrichtung (Milchviehbetriebe: 32 %; Mutterkuhbetriebe:19,5 % positive PCR-Untersuchungen) zeigten sich keine signifikanten Unterschiede. Für Sachsen wurde auf der Basis der scheinbaren Prävalenz eine wahre Prävalenz unter Einbeziehung von Sensitivität und Spezifität des diagnostischen Tests auf Herdenebene von 34 % (95%iges Konfidenzintervall: 20–48 %) und für Thüringen von 56 % (95%iges Konfidenzintervall: 42–70 %) geschätzt. Aufgrund der Ergebnisse ist festzustellen, dass die Paratuberkulose in einem erheblichen Anteil der Rinderherden in Sachsen und Thüringen vorkommt. Dabei sind große Herden häufiger betroffen als kleine Herden. Zielgerichtete Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen erscheinen sinnvoll, um eine künftige Weiterverbreitung der Erkrankung einzudämmen.

Paratuberkulose
Prävalenz
Herdenebene
Sockentupfer
PCR

Summary

Region-wide examinations performed by means of a consistent method are inevitable to evaluate the prevalence of Paratuberculosis in a certain area. An inexpensive and easy sampling system is the proof of Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP) in sock swabs for the diagnostic regarding herds. The study on hand aimed to provide a first assessment of the prevalence relative to herds in Saxony and Thuringia. One sock swab each was sampled of 225 cattle herds (Saxony: 108, Thuringia: 117) and scrutinized for MAP. By means of a questionnaire informations were compiled concerning herd size, production type and their influence on the prevalence using a logistic regression model. Sixty-eight (30,2%) samples were analysed with positive and 157 (69,8%) with negative results. MAPsock swabs had been determined significantly more frequently in cattle herds with more than 100 cows (odds ratio 4,13). Yet, regarding production type (dairy farms: 32%, suckler cow farms: 19,5% positive PCR-screening) no considerable differences became apparent. To account for sensitivity and specificity of the applied diagnostic tests, a true prevalence of 34 % (95% CI: 20 to 48%) regarding Saxon‘s and 56% (95% CI: 42 to 70%) regarding Thuringia‘s herds was estimated. Due to the results paratuberculosis appears in a substantial percentage in Saxon‘s and Thuringia‘s cattle herds. Big herds are more frequently affected than smaller herds. To contain a future spread of MAP target diagnostics combined with control and prevention measures should be established.

paratuberculosis
prevalence
herd level
boot swabs
PCR

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