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Nahaufnahme eines Kuheuters
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Therapiekontrolle beim Euterödem per Ultraschalldiagnostik

Ein massiv ausgeprägtes Euterödem kann bei Milchkühen das Auftreten von Mastitiden, Hautläsionen und einer reduzierten Milchleistung begünstigen. Forscher aus Hannover untersuchten nun, ob die Ultraschalldiagnostik bei der Therapiekontrolle hilfreich sein kann.

Das peripartale Euterödem gilt bei Milchkühen als physiologische Erscheinung. Normalerweise bildet sich die erhöhte interstitielle Flüssigkeitseinlagerung innerhalb weniger Wochen nach der Geburt zurück. Jedoch ist bekannt, dass ein stark ausgeprägtes Euterödem einen Risikofaktor für Folgeerkrankungen wie Mastitiden und Hautläsionen darstellt. Diese können die Milchleistung in negativer Weise beeinträchtigen und sind damit auch wirtschaftlich von großer Bedeutung.

Insofern erstaunt es nicht, dass Euterödeme häufig als therapiebedürftig eingestuft werden. Da die zugrundeliegenden Mechanismen bislang unbekannt blieben, fehlen kausale Therapieansätze. Beschrieben wurde die Verabreichung des Diuretikums Furosemid zur Ödemreduktion. Ob dieser Ansatz zu einer feststellbaren Verbesserung des Euterzustandes führen kann, untersuchten kürzlich Wissenschaftler.

Der Druck auf die Ultraschallsonde ist entscheidend

Zwar lässt sich ein Euterödem mittels Ultraschall mühelos diagnostizieren. Deutlich komplizierter ist es jedoch, seinen Verlauf im Sinne einer Therapiekontrolle verlässlich darzustellen. So kann eine Messung der Ödemdicke ausschließlich bei garantiert konstantem Druck der Sonde auf das Gewebe vergleichbare Werte liefern.

Dies erreichten die Forscher durch die Kopplung der Ultraschallsonde mit einem Druckmessgerät. Damit stellten sie fest, dass die Zitzenbasis zur Messung die verlässlichste Lokalisation am Euter darstellt. Sie wiederholten bei insgesamt 50 Milchkühen in den Wochen nach der Kalbung die entsprechende Messung mehrfach. Da die Kühe in eine Behandlungs- und eine Kontrollgruppe unterteilt wurden, konnten die Wissenschaftler gleichzeitig den Einfluss von Furosemid auf die Ödemausprägung festhalten.

Furosemid scheint ohne Wirkung

Dabei stellten sie keinerlei Effekt durch die Behandlung fest. Darüber ob dies an der begrenzten Stichprobengröße oder der inadäquaten Verabreichungsroute lag, können die Studienautoren nur spekulieren. Weitere Studien wären erforderlich um diese Hypothesen zu prüfen. Christian Schiffmann

Originalpublikation

Gundling N, Drummer C, Lüpke M, Hoedemaker M (2021): Quantitative measurement of udder oedema in dairy cows using ultrasound to monitor the effectiveness of diuretic treatment with furosemide. Schweiz Arch Tierheilk 163: 767–777. doi.org/10.17236/sat00326

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