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Eine gute Dokumentation ermöglicht die Beurteilung des Heilungsfortschrittes.

Digitalisierung

Wunddokumentation in der Tierarztpraxis – so geht’s

Beim Management ausgedehnter Hautläsionen ist von Tierarzt, Besitzer und Patient Durchhaltevermögen gefragt. Apps aus der Humanmedizin können helfen, den Heilungsverlauf von Wunden zu dokumentieren.

Großflächige Wunden erfordern nicht nur eine intensive Therapie, auch der Heilungsprozess kann langwierig sein. Gute Erfolge lassen sich erzielen, die Wundheilung braucht aber Zeit. Um den Heilungsverlauf zu jedem Zeitpunkt beurteilen zu können, ist eine gute Dokumentation essenziell. Apps aus der Humanmedizin können hier helfen, die Verlaufsdokumentation zu erleichtern.  

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In der Humanmedizin ist die Wunddokumentation, anders als in der Veterinärmedizin, gesetzlich vorgeschrieben. Doch auch im Vet-Bereich sollten die Heilungsverläufe nicht nur schriftlich, sondern auch im Bild festgehalten werden. Eine gute Dokumentation hilft vor allem frühzeitig zu erkennen, wenn etwas nicht so abläuft wie gewünscht  – und ermöglicht die objektive Beurteilung des Heilungsfortschrittes. Im Folgenden die wichtigsten Tipps zur Wunddokumentation im Überblick.

Grundlagen der Wunddokumentation

Die Wunddokumentation erfolgt immer nach Reinigung der Umgebungshaut und der Wunde. Aus hygienischen Gründen sollten zur Vermessung der Wundgröße Einmalinstrumente verwendet werden, z.B. Wundlineale aus Papier oder sterilisierte chirurgische Lineale.

Folgende Parameter sind in jedem Fall zu erfassen:

  • Länge der Wunde in mm
  • Breite der Wunde in mm
  • Oberflächenbeschaffenheit
  • Wundrandbeschaffenheit
  • Geruch
  • Exsudat-Beschaffenheit

Grundsätzlich kann sowohl die zweidimensionale Wundgröße als auch das Wundvolumen bestimmt werden. Zur Ermittlung der Wundgröße kann die Wunde im Rahmen einer Planimetrie mit steriler Folie abgedeckt werden, auf der die Umrisse der Wunde abgetragen werden. Die Fläche lässt sich dann errechnen, indem man die Fläche auf der Folie berechnet. Einfachere verfahren (wie das Messen von Länge und Breite) können auch angewandt werden, haben aber eine deutlich höhere Ungenauigkeit. Die Bestimmung des Volumens ist komplex und wird daher in der Tiermedizin in der Regel nicht angewandt.

Experten wie Mirja Nolff vom Tierspital Zürich nutzen neben klassischen Wunddokumentationsbögen oder Fotos inzwischen auch Apps (z. B. imitoMeasure ). Die digitale Erfassung ermöglicht die schnelle und genaue Ermittlung der Wunddimensionen. Die Ergebnisse können zudem direkt in der elektronischen Patientenakten hinterlegt werden – dies erleichtert wiederum den Datenaustausch unter Behandelnden oder das Einholen einer Zweitmeinung. Weitere Tipps gibt die Expertin in ihrem Buch „Wundmanagement bei Hund und Katze“ (Thieme).

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