Image
Foto: Anna Panke - Fotolia.com
pferd

Journal Club

Knotenloser Wundverschluss bei der Hengstkastration

Schnellere Naht bei gleicher Sicherheit? Ein bidirektional armierter Faden bewährt sich im Praxistest.

Die Kastration des Hengstes ist einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe in der Pferdepraxis. Hier Zeit zu sparen, wäre nicht nur für den Patienten von Vorteil, sondern in der Summe auch für die ausführenden Praxen.

In den letzten Jahren kamen mehrere neue Fäden auf den Markt, die damit werben, schnellere Nähte bei gleicher Sicherheit zu ermöglichen, wobei auf Knoten komplett verzichtet wird. Dem entgegen steht die Sorge über möglicherweise erhöhte postoperative Komplikationen; die Sorge richtet sich auf die in den Fäden eingearbeiteten Widerhaken, die im Verdacht stehen, Keime und Fremdmaterial festzuhalten. An der Uni Kopenhagen wurde nun in einer nicht gesponserten Studie ein klassischer absorbierbarer Monofilament-Faden (Ethicon Monocryl USP 2/0) mit einem entsprechenden bidirektional armierten Monofilament-Faden (Quill Stärke 0, entspricht USP 2/0) verglichen. Hierzu wurden im Rahmen der regulären Patientenversorgung nach inguinaler Kastration 21 Pferde mit dem knotenlosen und 24 Pferde mit dem Standard-Material genäht.

Knotenlos näht es sich schneller

Geringgradige postoperative Schwellungen wurden bei 29 Prozent der Pferde mit knotenloser und 33 Prozent der Pferde mit Standard-Naht beobachtet; in jeder Gruppe kam es bei zwei Pferden zur Nahtdehiszenz. Nach der Entlassung benötigten drei Pferde eine Nachbehandlung durch den Hoftierarzt: In der knotenlosen Gruppe hatte ein Pferd eine Skrotumschwellung und in der Standardgruppe hatten ein Pferd eine nässende OP-Wunde und ein weiteres Pferd eine Nahtdehiszenz beim Weidegang. Die Komplikationsrate war also bei beiden Gruppen ähnlich.

Der Wundverschluss war mit knotenloser Technik im Durchschnitt sechs Minuten schneller als mit der Standard-Methode (knotenlos: 9,1 Minuten, Standard: 15,1 Minuten) bei einer Inzisionslänge von 3,0 bis 8,8 Zentimetern. Jeder der sechs Operateure konnte mit der knotenlosen Methode schneller nähen. Die Autoren schließen aus ihrer Studie, dass das neue Nahtmaterial bei der inguinalen Kastration des Hengstes sicher und ohne Zunahme unerwünschter Effekte angewendet werden kann und den Eingriff verkürzt.

Originalpublikation:
Adler DMT, Østergaard S, Jørgensen E, Jacobsen S (2020): Bidirectional knotless barbed versus conventional smooth suture for closure of surgical wounds in inguinal castration in horses. BMC Vet Res 16: 250. DOI 10.1186/s12917-020-02449-6.

Image

Journal Club

17. April 2019

Kühl-Gamaschen zur Laminitis- Prophylaxe

Die Kryotherapie der Pferdezehe ist die einzige evidenzbasierte Prophylaxe für Sepsis-assoziierte Laminitis. Doch wirklich praktisch ist ein mit Eis und Wasser gefüllter Beutel um den Huf nicht. Wissenschaftler aus den USA haben Effizienz und Sicherheit einer Kühl-Gamasche untersucht.

Image
Cannabis-medizinisch-hund.jpeg
Foto: creativefamily - stock.adobe.com

Journal Club

20. Juli 2021

Sicherheit und Pharmakokinetik von Cannabidiol beim Hund

Im Kontext der Schmerztherapie und bei der Behandlung von Anfallsleiden rücken Cannabinoide und insbesondere das Cannabidiol zunehmend in den Fokus der Tiermedizin. Bislang ist das Wissen zu Pharmakokinetik und Sicherheit dieses Pflanzeninhaltsstoffes sehr begrenzt.

Image

Journal Club

15. September 2018

Glossitis – eine atypische Lokalisation einer Pockeninfektion bei Kanarien

Ein Fallbericht beschreibt Pockenausbrüche in zwei Kanarienvogelzuchtbeständen nach dem Besuch der gleichen Vogelschau.

Image

Journal Club

6. September 2019

Paratuberkulose: eine Bestandsaufnahme

Die Bekämpfung der Paratuberkulose kommt einem Flickenteppich gleich. Ein Übersichtsartikel beschreibt die Lage