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Kleintierpraxis

Hämotrope Mykoplasmen bei der Katze: neue Aspekte zu Prävalenz, Klinik, Diagnose, Therapie und Prognose

Haemotropic mycoplasmosis in cats: current aspects regarding prevalence, clinical signs, diagnosis, therapy and prognosis.

Kleintierpraxis 60, 590-602

DOI: 10.2377/0023-2076-60-590

Publiziert: 11/2015

Zusammenfassung

Die hämotrope Mykoplasmose (Hämoplasmose) der Katze wird durch die Spezies Mycoplasma haemofelis (Mhf), Candidatus Mycoplasma haemominutum (CMhm) und Candidatus Mycoplasma turicensis (CMt) verursacht. Der Übertragungsweg ist nicht sicher geklärt. Es wird angenommen, dass Flöhe und andere Arthropoden Überträger des Erregers sein können. Der Krankheitsverlauf ist insbesondere vom Immunsystem des Wirts und der Hämoplasmenspezies abhängig. Die Hämoplasmen befinden sich epizellulär auf den Erythrozyten und bewirken eine Hämolyse. Erholt sich die Katze von dieser Phase, resultiert meist ein lebenslanges Trägerstadium mit Sequestrierung der Erreger in verschiedenen Organen (insbesondere Leber und Milz). Mhf hat die geringste Neigung zur Sequestrierung und weist die höchste Pathogenität auf, gefolgt von CMt und CMhm. Die Diagnosestellung erfolgt durch den Erregernachweis mittels PCR. Serologische Untersuchungen, die routinemäßig bisher nicht durchgeführt werden, können möglicherweise akute von chronischen Infektionen unterscheiden. Die Therapie mit Antibiotika (Doxycyclin, Fluorchinolone) über mindestens 14 Tage führt meist nur zur Reduktion der Erregeranzahl. Je nach klinischen Befunden sind weitere unterstützende therapeutische Maßnahmen (z. B. Bluttransfusionen) nötig. Reaktivierungen sind im Zusammenhang mit Immunsuppression und Vorliegen anderer Erkrankungen Monate bis Jahre später möglich. Eine Elimination der Hämoplasmen ist selten.

Feline Infektionen
Hämoplasmen
hämolytische Anämie
hämotrope Mykoplasmose

Summary

Feline haemotropic mycoplasmosis (haemoplasmosis) is caused by the species Mycoplasma haemofelis (Mhf), Candidatus Mycoplasma haemominutum (CMhm), and Candidatus Mycoplasma turicensis (CMt). The route of transmission has not been confirmed, but fleas and other arthropods are probably involved. Important factors determining the course of the disease include the host’s immune system and the haemoplasma species. Haemoplasms attach to the erythrocyte surface and induce haemolysis. Most cats that recover from an acute infection become lifelong carriers after sequestration of the organism in different tissues (especially the liver and spleen). Mhf has the lowest tendency for sequestration and is the most pathogenic species, followed by CMt and CMhm. PCR testing is the test of choice for diagnosing haemoplasma infections. Serology is not routinely performed, but might be useful to differentiate an acute from a carrier status. In most cases, antibiotic treatment (doxycycline, fluoroquinolones) for 14 days lowers the blood organism load. Depending on the clinical signs, supportive care (e.g. blood transfusions) may be required. An infection may reactivate after many months to years in the presence of immunocompromisation or a concurrent disease. Treatment rarely eliminates the haemoplasms completely.

feline infection
haemoplasms
haemolytic anaemia
haemotropic mycoplasmosis

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