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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Nachweishäufigkeiten von Haemo-plasmeninfektionen bei der Hauskatze in Deutschland

DOI 10.2376/0005-9366-120-197

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 120, 197-201

DOI: 10.2376/0005-9366-120-197

Publiziert: 05/2007

Zusammenfassung

In der vorliegenden Studie werden epidemiologische Daten zum Vorkommen von haemotrophen Mykoplasmen (Haemoplasmen) bei der Hauskatze aus verschiedenen Regionen Deutschlands vorgestellt. Von November 2004 bis Oktober 2006 wurden 135 Blutproben von anämischen und klinisch gesunden Katzen mittels konventioneller und real-time PCR Methoden untersucht. 15,6 % der Proben wiesen DNA von mindestens einer Haemoplasmenspezies auf. 8,9 % der Proben (12 Tiere) waren positiv für "Candidatus Mycoplasma haemominutum" weitere 7,4 % (10 Tiere) für Mycoplasma haemofelis. Unter diesen zeigte ein Tier eine Mischinfektion mit beiden Spezies. Die kürzlich neu beschriebene Art "Candidatus Mycoplasma turicensis" wurde in 2,2 %der Proben (3 Tiere) nachgewiesen und war jeweils mit M. haemofelis vergesellschaftet. Ein Zusammenhang zwischen einer Mykoplasmeninfektion und klinisch auffälliger Anämie oder Erkrankung konnte nicht festgestellt werden. Dagegen waren Infektionen mit Alter, männlichem Geschlecht und Retrovirusinfektionen (FIV, FeLV) korreliert. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass chronisch infizierte, symptomlose Träger von Haemoplasmen in den untersuchten Katzenpopulationen verbreitet sind und unterstreichen die Notwendigkeit einer Untersuchung von Blutspendertieren auf mögliche Infektionen vor ihrem Einsatz in der Transfusionstherapie.

Summary

We present epidemiological data on the freguency of infections with haemotro-phic Mycoplasma spp. (feline haemoplasmas) in domestic cats in Germany. From November 2004 to October 2006 135 blood samples of anaemic patientsand cats without clinical Symptoms were examined with conventional and real-time PCR methods. In 15,6 % ofthe samples DNA of one or more haemoplasma spe-cies could be detected.8,9 % ofthe samples (12 cats) were infected with "Candidatus Mycoplasma haemominutum" whereas 7,4 % (10 cats) were infected with Mycoplasma haemofelis. Out of these, one cat harboured both species.The recent-ly described species "Candidatus Mycoplasma turicensis" was found in 2.2 % of all samples (3 cats) and was restricted to animals coinfected with M.haemofelis. No correlation could be detected between the infection with haemotrophic Mycoplasma spp.and clinical signs of anaemia or disease. Infections were significantly correlated with age, male gender or coinfections with retroviruses (FIV, FeLV). Ourdata indicate,that chronically infected carriers without clinical Symptoms are freguent in the investigated cat populations in Germany and that the screening of blood-donors for the presence of Mycoplasma spp. infections is advisable be-fore clinical use.

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