Kastration: Katze mit Halskragen
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Chirurgische Lagerung bei der Kastration von Katzen

In der Kleintierpraxis gilt die Ovariektomie bei der Katze als chirurgischer Routineeingriff. Die Operation kann in unterschiedlichen Positionierungen erfolgen. Forscher haben nun untersucht, inwieweit diese die Sauerstoffsättigung und den Augeninnendruck beeinflussen.

Die chirurgische Kastration von Katzen stellt eine der häufigsten Operationen in der Kleintierpraxis dar. Zudem ist der Eingriff von hoher Relevanz für die Populationskontrolle verwilderter Katzenpopulationen. Eine entsprechende Kastrationsaktion in Rumänien haben Forscher der Universität Zürich genutzt, um Auswirkungen der chirurgischen Positionierung auf die Sauerstoffsättigung und den intraoku­lären Druck bei Katzen während der Kastration zu untersuchen. Dazu teilten sie insgesamt 222 Katzen in drei Gruppen mit unterschiedlicher Operationslagerung ein, nämlich der Lagerung in Rückenlage, Seitenlage oder in der hängenden Position.

 

Deutliche Unterschiede nur beim Augeninnendruck

Für die Anästhesie wurde ein Kombinationsprotokoll, bestehend aus Medetomidin, Ketamin und Butorphanol mit intramuskulärer Verabreichung angewandt. Als zu untersuchende Parameter wurden die Pulsfrequenz, Sauerstoffsättigung sowie der intraokuläre Druck vor, während und nach der Chirurgie dokumentiert. Dabei zeigte sich einzig beim Augeninnendruck ein signifikanter Unterschied zwischen den drei Positionierungen. Der Wert war bei Katzen, die in hängender Position operiert wurden, direkt nach der Chirurgie deutlich erhöht, normalisierte sich jedoch innerhalb von fünf Minuten wieder. Bezüglich Operationsdauer wiesen die Positionierungen nur geringgradige Unterschiede auf. Auch wenn weitere Studien zur Prüfung entsprechender Zusammenhänge erforderlich sind, kann gefolgert werden, dass Katzen mit Augenerkrankungen nicht in hängender Positionierung kastriert werden sollten.

Sauerstoffsubstitution erscheint dringend empfehlenswert

Als weiteres Ergebnis ihrer Studie stellten die Untersucher eine unerwartet deutliche Hypoxämie bei mehr als der Hälfte aller Katzen fest. Die Sauerstoffunterversorgung war vor allem zu Beginn der Operation stark ausgeprägt. Die reduzierte Sauerstoffsättigung trat unabhängig von der Positionierung auf und schien sich im Laufe der Anästhesie zu normalisieren. Die Forscher vermuten den Grund dafür im angewandten Anästhesieprotokoll und empfehlen bei dessen Nutzung dringend die Sauerstoffsubstitution per Maske als einfache Gegenmaßnahme.

Originalpublikation:

Corona D, Ranninger E, Jörger FB, Goldinger E, Stefan A, Torgerson P, Bettschart-Wolfensberger R (2020): Cats undergoing spay with medetomidine, ketamine and butorphanol develop arterial oxygen desaturation independent of surgical positioning and increased intraocular pressure in Trendelenburg position. Schweiz Arch Tierheilkd 162: 539–550. DOI 10.17236/sat00271.

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