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Laparoskopie beim Hund
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Laparoskopie beim Hund

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Kastrations-Alternative bei der Hündin ohne erhöhte Risiken

Die chirurgische Entfernung der Gonaden ist die häufigste Operation in der Kleintierpraxis. Jetzt wurde eine Sterilisationsmöglichkeit ohne Entfernung der Eierstöcke untersucht.

Die wenigsten der als Haustiere gehaltenen Hunde werden zur Zucht eingesetzt. Bei mehreren schweren Erkrankungen der Hündin wird der Zusammenhang mit Sexualhormonen als gesichert angesehen. Um dieses Risiko zu reduzieren, raten zahlreiche Kleintierpraktiker zur Ovariektomie, falls für eine Hündin keine Zuchtabsichten bestehen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass gewisse Erkrankungen insbesondere des Bewegungsapparates bei kastrierten Hündinnen häufiger vorkommen. Angesichts dessen kommt bei Hundebesitzern immer wieder die Frage nach einer Sterilisationsmöglichkeit ohne Entfernung der Eierstöcke auf. Bevor ein derartiger Ansatz tierärztlich empfohlen werden kann, müssen seine potenziellen langfristigen Auswirkungen insbesondere bezüglich assoziierter Pathologien untersucht werden. Einen ersten Schritt dazu unternahmen Nordamerikanische Wissenschaftler.

Entfernung des Uterus, aber nicht der Ovarien

Mit einem retrospektiven Studienansatz sammelten die Forscher die Behandlungsberichte von insgesamt 33 Hündinnen. Während bei 17 dieser Patienten eine Sterilisation durch Entfernung des Uterus unter Belassen der Eierstöcke erreicht wurde, erfolgte bei den übrigen eine Ovariektomie. In beiden Fällen wurde so weit möglich laparoskopisch operiert.

Keine Stumpfpyometra bei den operierten Hündinnen


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Nach Zusammentragung der Behandlungsberichte kontaktierten die Forscher die Hundebesitzer mit einem Fragebogen, um die Krankengeschichten mit der postoperativen Lebensphase ergänzen zu können. Dabei zeigten sich keine negativen Auswirkungen im Sinne eines erhöhten Auftretens von Erkrankungen bei der Gruppe mit belassenen Ovarien. Insbesondere kam es in keinem Fall zu einer Pyometra des verbliebenen Uterusstumpfes. Bei mehreren sterilisierten Hündinnen wurde im Nachhinein aus unterschiedlichen Gründen doch noch eine Ovariektomie vollzogen.

Aufklärung des Klienten und weitere Studien sind entscheidend

Größte Bedeutung hat laut Studienautoren eine gründliche Aufklärung des Hundebesitzers vor der Operation. Dabei muss klar gemacht werden, dass die Hündin nach der Sterilisation weiterhin einen Hormonzyklus aufweisen und entsprechendes Läufigkeitsverhalten zeigen wird. Zudem sollten die hier vorliegenden Erkenntnisse vorerst ausschließlich als erste Hinweise verstanden werden. Um verlässliche Empfehlungen aussprechen zu können, sind weitere Studien mit deutlich größeren Fallzahlen unabdingbar.

Originalpublikation

Owen MA, Sirr CG, Albright JD, Fransson BA (2023): Canine laparoscopic-assisted ovary-sparing hysterectomy does not increase risk of stump pyometra. J Am Vet Med Assoc 261: 1166–1173. doi.org/10.2460/javma.22.12.0539.

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