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Kommerzielle Futtermittel: Manchmal ist mehr drin als erwartet

Futtermittelallergien werden mithilfe von Ausschlussdiäten diagnostiziert. Soll für eine Eliminationsdiät auf bestimmte Futterquellen verzichtet werden, ist man bei der Verwendung von kommerziellen Futtermitteln ganz auf die Angaben des Herstellers angewiesen.

Im aktuellen Artikel aus ihrer Review-Reihe zu Futtermittelallergien gehen die Autoren Thierry Olivry und Ralf Müller der Frage nach, wie verlässlich die Angaben zu Inhaltsstoffen bei kommerziellen Futtermitteln sind. Wie oft enthält industriell gefertigtes Futter auch Stoffe, die nicht gelistet sind? Solche unbekannten Stoffe könnten das Ergebnis der Ausschlussdiät verfälschen und bei bereits sensibilisierten Tieren klinische Reaktionen hervorrufen.

Klinische Relevanz
Anhand eines klinischen Beispielfalls, bei dem es genau zu so einer Reaktion kommt, machen die Autoren die Problematik deutlich. Ein atopischer Hund, der mithilfe der richtigen Diät lange beschwerdefrei ist, erleidet allein durch einen Futterwechsel einen neuen Schub. Das Bemerkenswerte daran: Bei dem Futter handelt es sich im Prinzip um die gleiche Diät, es kommt nur von einem anderen Hersteller. Die Vermutung liegt nun nahe, dass das neue Futter, entgegen den Angaben auf der Verpackung, doch das Allergen – oder zumindest Spuren davon – enthält. Am Ende steht die Frage, ob eine nicht ganz korrekte Beschriftung bei kommerziellen Futtermitteln eher die Ausnahme ist oder häufiger mal vorkommt. Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine Literaturrecherche durchgeführt.

Diskrepanzen sind keine Seltenheit
Die Analyse der Studien ergab, dass unkorrekte Angaben zu Inhaltsstoffen bei kommerziellen Futtermitteln keine Seltenheit sind. In null bis 83 Prozent der in den Studien untersuchten Futtermittel konnten nicht gekennzeichnete Stoffe nachgewiesen werden. Sogar bei speziellen Diät-Futtermitteln, die explizit neuartige oder wenige Inhaltsstoffe enthalten sollen, waren unbekannte Stoffe nachweisbar (33–83 Prozent). Von den verschiedenen hydrolysierten Futtermitteln, die in den Studien untersucht wurden, waren dagegen nur bei einer Diät unkorrekte Angaben zu finden.
Inwieweit diese zusätzlichen, nicht aufgeführten Stoffe klinische Reaktionen bei allergischen Hunden hervorrufen können, kann mit dieser Studie nicht beantwortet werden. Außerdem muss bei Beurteilung der Arbeit bedacht werden, dass nicht immer die gleiche Anzahl an Inhaltsstoffen untersucht wurde.

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Foto: Bildgebende Diagnostik/Veterinärmedizinische Universität Wien

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