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Kommerzielle RT-PCR zur FIP-Diagnose nur bedingt geeignet

Das Feline Coronavirus (FCoV) umfasst zwei Biotypen, das Feline Enterale Coronavirus (FECV) und das Feline Infektiöse Peritonitis-Virus (FIPV). Eine kommerzielle RT-PCR verspricht die sichere Unterscheidung der Biotypen. Die Relevanz dieses Tests wurde nun untersucht.

Eine Ante-mortem-Diagnose der FIP erfordert bisher die immunhistochemische Untersuchung von Gewebe zum Nachweis von FCoV-Antigen in Makrophagen. Zwar werden in der Routinediagnostik auch RT-PCR-Methoden an unterschiedlichem Probenmaterial eingesetzt, diese unterscheiden aber nicht zwischen den Biotypen. In den letzten Jahren wurden zwei Mutationen im Spike-Protein feliner Coronaviren entdeckt, die für den Tropismus und die Entstehung des FIP-Biotyps verantwortlich sein sollen. Der spezifische Nachweis dieser Mutationen könnte die FIP-Diagnose wesentlich vereinfachen.

Was leistet der Test wirklich?
Der FIP Virus RealPCR Test (IDEXX Laboratories) wurde in einer Studie mit 63 Katzen mit klinischem Verdacht auf FIP untersucht. Bei 38 Tieren wurde FIP post mortem diagnostisch bestätigt; bei 25 Katzen wurde eine andere Erkrankung diagnostiziert. Von allen Tieren wurden Aszites-/Pleuralflüssigkeit und/oder Serum mit der RT-PCR untersucht. In der Aszites-/Pleuralflüssigkeit wurde bei 25 von 59 Katzen der FIP-Virustyp nachgewiesen, davon hatten 24 Katzen tatsächlich FIP und ein Tier war falsch positiv. Zwei Katzen waren FIP- und FECV-positiv. Bei 34 von 59 Proben war der Virusnachweis negativ oder der Biotyp nicht feststellbar. Damit lag die Sensitivität bei 68,6 Prozent und die Spezifität bei 95,8 Prozent. Alle Serum- und Plasmaproben waren negativ. Die Mutation M1058L lag bei 23 Katzen vor, die Mutation S1060A wurde nie gefunden.

Schlussfolgerungen
Die Mutation M1058L eignet sich als Marker für die FIP-Diagnostik, wurde aber auch bei einer Katze gefunden, die nicht an FIP erkrankt war. Der Nachweis von nicht biotypisierbarem FCoV bei zwei FIP-negativen Katzen zeigt auf, dass eine diskriminierende RT-PCR dringend geboten ist, um falsch positive „FIP-Diagnosen“ mit der möglichen Konsequenz einer unnötigen Euthanasie zu verhindern. Außerdem zeigt die Studie, dass Serum und Plasma wegen der geringen Viruslast als Probenmaterial ungeeignet sind.

Originalpublikation:
Felten S, Leutenegger CM, Balzer HJ, Pantchev N, Matiasek K, Wess G, Egberink H, Hartmann K (2017): Sensitivity and specificity of a real-time reverse transcriptase polymerase chain reaction detecting feline coronavirus mutations in effusion and serum/plasma of cats to diagnose feline infectious peritonitis. BMC Vet Res 13: 228.


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