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Futtermittelbedingte Hautreaktionen – ein häufiges Problem?

Gerade bei Juckreiz, der asaisonal auftritt, muss immer auch an eine Futtermittelallergie gedacht werden. Doch wie häufig treten futtermittelbedingte Hautreaktionen eigentlich auf? Die Antworten aus der Literatur scheinen zunächst sehr heterogen.

Zur Prävalenz von kutanen Futtermittelreaktionen sind in der Literatur sehr unterschiedliche Angaben zu finden. Diese Heterogenität ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf geografische Unterschiede, die Variabilität der Tiergruppen und möglicherweise auch auf die Art der Diagnosestellung zurückzuführen. Im dritten Teil einer kleinen Artikelreihe zum Thema Futtermittelunverträglichkeiten beim Kleintier wurde daher eine systematische Literaturrecherche nach relevanten Artikeln betrieben (1980–2016). Ziel war es, die Prävalenz von kutanen Futtermittelreaktionen bei Hunden und Katzen mit Pruritus bzw. Hautveränderungen zu bestimmen.

Durchsicht der Literatur
Offensichtlich – so das Ergebnis der Recherche – spielt die Population, in welcher die Prävalenz berechnet wird, eine entscheidende Rolle: Bei Hunden, die mit „irgendeiner“ Diagnose beim Tierarzt waren, lag die Prävalenz bei ein bis zwei Prozent, bei Hunden mit Hauterkrankungen dagegen zwischen null und 24 Prozent. Die Unterschiede zwischen Hunden mit Pruritus, allergischen Hauterkrankungen allgemein oder atopischer Dermatitis waren nur gering. Bei Katzen lag die Prävalenz unter ein Prozent. Katzen mit Hauterkrankungen zeigten mit drei bis sechs Prozent eine recht homogene Verteilung. Katzen mit Pruritus hatten eine höhere Prävalenz (12–21 Prozent) als solche mit allergischen Hauterkrankungen (5–13 Prozent). Wichtigste Limitation dieser Recherche ist, dass sie – unvermeidbar – Ergebnisse zusammenbringt, die in Bezug auf die Diagnose nicht alle auf der gleichen Methodik basieren, auch wenn jede zu ihrer Zeit dem Standard entsprach.

Bedeutung für die Praxis
Trotz dieser Limitation erscheinen die Prävalenzen einigermaßen ähnlich. Die mittlere Prävalenz für Hunde und Katzen mit Hautveränderungen lag bei ungefähr fünf Prozent, mit Juckreiz bei 15–20 Prozent und mit allergischen Hautreaktionen bei zehn bis 25 Prozent. Eine Eliminations-/Provokationsdiät ist bei Tieren mit diesen Symptomen also gerechtfertigt, um eine futtermittelbedingte Ursache auszuschließen, insbesondere bei Tieren mit asaisonalem Juckreiz oder Anzeichen einer allergischen Dermatitis.

Originalpublikation: Olivry T, Mueller RS (2017): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (3): prevalence of cutaneous adverse food reactions in dogs and cats. BMC Vet Res 13: 51. DOI 10.1186/s12917-017-0973-z.

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24. November 2022

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Gleich anmelden: In unserem Online-Seminar erläutert Anne Mößeler-Witte anhand von Fallbeispielen was bei Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten zu beachten ist.

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