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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Effect of differently structured and processed feedstuffs on diverse parameters of ethology and digestibility of growing rabbits and their influence on morphological structures in small intestine

Über den Einfluss verschieden strukturierter und hergestellter Futtermittel auf ethologische Parameter und die Verdauung wachsender Kaninchen und deren Auswirkungen auf morphologische Strukturen im Dünndarm

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 129, 129-153

DOI: 10.2376/0005-9366-129-153

Publiziert: 03/2016

Summary

The influence of different feedstuffs on parameters of digestion and ethology in growing rabbits (duration and number of feed intake, needed masticatory movements, pH value in stomach and small intestine, dry matter content of stomach chyme, level of destruction of cell structures in small intestine) was analysed. 384 five weeks old rabbits were fed with one of three feedstuffs: pellets (mean fibre length = 3 mm), fibre blocks (mean fibre length = 40 mm) and hay-oat-beat-ration (length of hay fibre ≥ 70 mm). The masticatory movements and duration for uptake 0.1 g of feedstuffs were measured in a special observation box. Rabbits in group cages were observed by 24 h video recording and duration and numbers of feed intakes were documented. After 8 weeks rabbits were slaughtered and pH values measured in stomach chyme (and dry matter content) and small intestine. Samples of them were taken and histologically examined (total length of villi and crypts, width of villi and degree of destruction determined by scores from 0 [= no destruction] to 3 [= severe destruction of villi]). Pellets lead to a faster feed intake with a lower number of masticatory movements. This equates a minor feeding time per feed intake and a higher amount of feedstuff in a shorter time. The dry matter content in stomach chyme increases and pH value was significantly higher there, but lower in duodenum. They also showed a significantly higher degree of destruction of villi, a shorter length and a larger width of villi than others.

length of villi
width of villi
villi destruction
fibre length

Zusammenfassung

Untersucht wurde der Einfluss verschiedener Futtermittel, die sich hauptsächlich in der Länge der Faserstruktur unterschieden, auf das Verhalten (Futteraufnahmedauer und benötigte Kauschläge experimentell und als Parameter im Teilethogramm über 24 h), auf verdauungsphysiologische Prozesse (pH-Werte im Magen und Dünndarm und Trockenmassegehalte im Magenchymus) und deren Auswirkungen auf morphologische Strukturen (Zottenzerstörungsgrad, Dünndarmzottenlänge und -breite) wachsender Kaninchen. 384 fünf Wochen alte Tiere wurden mit einem der drei Futtermittel gefüttert: Pellets (mittlere Faserlänge = 3 mm), Futterblöcke (mittlere Faserlänge = 40 mm) und einer Mischration aus Heu, Futterrübe und Hafer (mittlere Faserlänge des Heus ≥ 70 mm). Mittels Videoaufzeichnung wurden die Zeit, die in 24 h mit Fressen verbracht wurde, ermittelt und durch eine spezielle Observationsbox die Dauer der Futteraufnahme und Anzahl der Kauschläge pro 0,1 g Futtermittel gemessen. Nach achtwöchiger Haltungsperiode wurden 48 Tiere geschlachtet und deren pH-Werte im Magenchymus und im Dünndarm sowie der Trockenmassegehalt im Magenchymus bestimmt. Dünndarmproben wurden histologisch untersucht (Gesamtzottenlänge und -breite, Zerstörungsgrad der Darmzotten [0 = intakte Zottenstruktur, bis 3 = starke Zerstörung der Zottenstruktur]). Das pelletierte Futtermittel führte zu einer schnelleren Futteraufnahme und zu einer geringeren Anzahl an Kauschlägen. Im Teilethogramm zeigte sich, dass die Kaninchen mit pelletierten Futtermitteln signifikant weniger Zeit mit der Futteraufnahme am Tag verbrachten als Tiere mit Heu- oder Futterblockfütterung. Die schnellere Futteraufnahme resultierte in einem höheren Trockenmassegehalt im Magenchymus und die pH-Wert-Messungen ergaben einen höheren pH im Magenchymus bei signifikant niedrigerem pH-Wert im Duodenum. Die Tiere der Pelletgruppe zeigten einen signifikant höheren Zottenzerstörungsgrad, eine kürzere Zottenlänge und weitere Zottenbreite als Tiere der Vergleichsgruppen.

Zottenlänge
Zottenbreite
Zottenzerstörungsgrad
Faserlänge

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