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Der Praktische Tierarzt

Der Einfluss des Reittrainings auf das Stressverhalten des Pferdes

Effect of riding training on stress reactions in horses

Der Praktische Tierarzt 98, 790-798

DOI: 10.2376/0032-681X-17-53

Publiziert: 07/2017

Zusammenfassung

Die Vorbereitung von Pferden für das Reiten sollte auf Basis der Analyse des physischen Trainingszustandes und der Kontrolle der Verhaltensreaktion erfolgen. Die vorliegende Arbeit präsentiert Stressmechanismen im Zusammenhang mit dem Reiten, durch deren Berücksichtigung eine Optimierung der Trainingsmethoden unter Erhaltung des Wohlbefindens des Pferdes bei gleichzeitiger Verbesserung seiner Leistung und sportlichen Entwicklung ermöglicht wird. Das Ziel der Studie war es, die Intensität der Stressreaktion von Pferden vor, während und nach dem täglichen Training zu messen. Es wurden 20 Reitpferde in die Studie aufgenommen. Das Experiment wurde während vier verschiedenen Phasen durchgeführt: I – Ruhephase, II – Vorbereitung auf das Training, III – Training, IV – Phase nach dem Training. In diesen Phasen wurden physiologische Parameter und Blutparameter bestimmt sowie eine Elektrokardiografie durchgeführt. Die Untersuchung ergab, dass die Vorbereitung der Pferde auf das Training bereits zu einem Anstieg von physiologischen Parametern, wie Puls, Atemfrequenz und innerer Körpertemperatur, als Ausdruck einer Mobilisation des Organismus führte (konditionierter Stimulus). Diese Aktion führte auch zu einem signifikanten Anstieg der Herzfrequenz. Der physiologische Verlauf der Parameter proportional zur erbrachten Leistung wies darauf hin, dass die Pferde korrekt auf das Reiten angepasst waren. Die beobachtete Stressreaktion war von kurzer Dauer und damit ein Anzeichen einer physiologischen Reaktion auf die physische Anforderung. Keines der untersuchten Pferde entwickelte Anzeichen einer Langzeitstressreaktion, woraus geschlossen werden darf, dass das Wohlbefinden der Tiere ausgeprägt war.

Originalveröffentlichung: Bei diesem Artikel handelt es sich um die Republikation eines Artikels aus der Berliner und Münchener Tierärztlichen Wochenschrift. Den Originalartikel finden Sie hier.

Pferd
stress
training
Blut
Kortisol
Tierwohl

Summary

Preparing horses for riding should be based on the analysis of their state of training (physical state) and also on the control of the behavioural reactions (mental condition) of these animals. This article presents mechanisms of stress accompanying riding, which enables optimization of training methods by taking into consideration the maintenance of a high level of welfare of horses, simultaneously improving their riding and sport achievements. The aim of the study was to assess the stress in horses connected with daily riding comprising the intensity of stress reactions during pre-training, training and post-training recovery. The study included 20 riding horses. The experiment was carried out in four stages (I – resting stage, II – preparation for training, III – training, IV – post-training stage) during which basic physiological indicators, analysis of hematological and clinical chemistry values as well as electrocardiographic examination were assessed in horses. The examination showed that the preparatory action for training results in an increase of the values of the basic physiological indicators, i.e. the pulse, the frequency of breathing and rectal temperature, which indicates the body mobilization (conditioned stimulus). These efforts also caused a signifi cant increase in the heartrate. Physiological processes proportional to the eff ort made show the correct adaptation of horses to riding. The observed stress reactions were short term and were the symptom of physiological stress connected with physical effort. None of the studied horses experienced long-term stress; therefore the level of welfare of the studied animals was assessed as high.

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Stress
Training
blood
cortisol
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