Hundewelpe mit Parvovirose in der Tierklinik
Foto: L. Kulmer/Vetmeduni Vienna

Corona-Pandemie

Mehr Parvovirosefälle durch illegalen Welpenhandel

Die Vetmeduni Vienna meldet eine deutliche Zunahme von Welpen, die an Parvovirose erkrankt sind. In der Kleintierklinik werden 40 Prozent mehr Parvovirose-Patienten behandelt als vor der Corona-Pandemie.

  • Illegale Importe von Welpen nach Österreich und Deutschland haben in der Corona-Pandemie zugenommen.
  • Illegal gehandelte, junge Hunde sind nicht selten mit dem Parvovirus infiziert.
  • Die Vetmeduni Wien berichtet von einer deutlichen Zunahme von Parvovirose-Patienten.

Wie in Deutschland ist auch in Österreich das Interesse an Haustieren seit Frühjahr 2020 enorm gestiegen. Die Google-Suchanfragen zum Thema „Welpen kaufen“ haben sich seit dem ersten Lockdown im März 2020 in Österreich mehr als verdoppelt (+ 120 Prozent), wie eine Auswertung der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) zeigt. Die Teilnahmezahlen am Kurs zum Wiener Sachkundenachweis für neue Hundehalter sind um 70 Prozent gestiegen.

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Der illegale Welpenhandel profitiert

Tierschutzombudsfrau Eva Persy sagt:  „Viele Menschen wollen unbedingt sofort ein Tier haben und scheuen sich nicht davor, ihr neues Familienmitglied im Internet zu bestellen, wo unseriöse HändlerInnen auf Webseiten mit AT-Endung Welpen aus dem Ausland anbieten“. Die Krankengeschichten der jungen Tiere lassen Rückschlüsse auf die katastrophalen Zustände in diesen ausländischen „Zuchtstätten“ zu. Persy meint: „Diese Vermehrer präsentieren sich gerne als verantwortungsvolle und seriöse Hundezüchter – doch genau das Gegenteil ist der Fall. Hier geht es nur darum, Profit auf Kosten der Tiere – und ihrer Menschen – zu erzielen.“

Parvovirose: hochansteckend für Hunde und Katzen

Bei den Parvovirose-Patienten handelt es sich meist um Welpen, die aus der Slowakei, Serbien oder Rumänien importiert wurden. Doch auch andere Tiere werden durch die Importe gefährdet. Über den Kot wird das Virus übertragen – sowohl an Hunde als auch an Katzen. „Es reicht aus, wenn Hund oder Mensch zum Beispiel in der Hundezone mit den infektiösen Ausscheidungen in Kontakt kommen. Über die Schuhe bzw. über Pfoten, Fell oder Schnauzen der Hunde werden die Viren überall verteilt“, erläutert Iwan Burgener, Leiter der Kleintierklinik der Vetmeduni Vienna. Je nach Umweltbedingungen können diese bis zu einem Jahr überleben. „Mit einem Gramm infektiösem Kot könnte man so Hunderte Hunde infizieren.“

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