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Zuchtziel gesunde Kühe: Selektion auf Resistenz Interaktion von Wirt und Parasit
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Zuchtziel gesunde Kühe: Selektion auf Resistenz Interaktion von Wirt und Parasit

Aus der Forschung

Genetik der Wirt-Parasit-Interaktion

Die Akademie für Tiergesundheit (AfT) hat Katharina May von der Justus-Liebig-Universität Gießen für ihre innovative Forschung auf dem Gebiet der Krankheitsresistenz von Nutztieren mit dem Förderpreis 2022 ausgezeichnet.

In der Nutztierzucht sind neben Produktivität vor allem eine gute Robustheit und verbesserte Resistenz gegen Erkrankungen von Bedeutung. Zunehmend richtet sich die Forschung daher auf die Analyse der einer Krankheitsresistenz zugrunde liegenden genetischen Mechanismen, um daraus neue innovative Merkmale und genomische Marker für die Zucht abzuleiten, welche die Gesundheit von Nutztieren verbessern können.

Das Ziel: Selektion auf Resistenz

Preisträgerin Dr. Dr. Katharina May befasst sich am Institut für Tierzucht und Haustiergenetik der Justus-Liebig-Universität Gießen mit genomischen, molekulargenetischen und phänotypischen Analysen zu Robustheit und Resistenz mit Fokus auf endoparasitäre Infektionen bei Milchkühen. In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt untersucht sie die Wird-Parasit-Interaktion zwischen dem großen Leberegel und Holstein-Frisian-Kühen. Die Forschenden möchten analysieren, inwieweit sich das Ausmaß der klinischen Erkrankung oder die Anzahl adulter Leberegel in verschiedenen Kuhindividuen unterscheidet.

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Die zugrundeliegenden genetischen Mechanismen werden genau unter die Lupe genommen: Sowohl die Kühe als auch die adulten Leberegel werden genotypisiert. Auch die Genexpression in Lebergewebeproben wird analysiert. Ziel ist neben einem Erkenntnisgewinn für einen zukünftigen Impfstoff  die Identifikation genetischer Marker. Diese könnten in der Zucht für die Selektion auf eine mögliche Wirtsresistenz und bei der Entwicklung spezieller Genotypisierungschips für das Rind genutzt werden können.

Mit der Auszeichnung von Katharina May möchte die AfT auch das Augenmerk darauf lenken, dass dem Fach der veterinärmedizinischen Tierzucht in der aktuellen Diskussion zur Nutztierhaltung eine besondere Rolle zukommt. Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis der AfT dient der Förderung junger Wissenschaftler und wird vergeben für herausragende klinische oder experimentelle Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Tiergesundheit.