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Junger Hund liegt am Napf

Journal Club

Futtermilben als Allergieauslöser

Milben in Hundefutter mit Getreide können allergen wirken. Was tun, um das Risiko zu minimieren?

  • Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben ist eine Reaktion auf Futtermilben möglich.
  • Hoher Eiweiß- und Fettgehalt sowie Schimmel und feuchte Lagerung fördern die Vermehrung der Milben.
  • Kommerzielle Futtermittel sind beim Öffnen meist milbenfrei.

Hunde mit ganzjähriger atopischer Dermatitis leiden oft unter einer Hypersensitivität gegen Hausstaubmilben (Gattung Dermatophagoides). Bei diesen Tieren kann der Kontakt mit Futtermilben (Gattung Tyrophagus) zur Verschlimmerung der klinischen Symptome führen; hohe IgE-Spiegel gegen Hausstaubmilben befördern einen regelrechten Allergieschub nach Aufnahme von kontaminiertem Futter. Bleibt dieser Zusammenhang unerkannt, liegt die Fehldiagnose einer Futtermittelallergie nahe. Doch wann sind kommerzielle Trockenfutter riskant? Dieser Frage gingen Thierry Olivry und Ralf Müller in einer Literaturauswertung nach.

Schlaraffenland für Milben

Insgesamt zehn Fachartikel zur Milbenproblematik in Trockenfutter für Hunde lagen vor. Am häufigsten wurde Tyrophagus putrescentiae beschrieben, die sich in eiweiß- und fettreichem Hundefutter stark vermehren kann. Dabei wirkt sich auch der Vermahlungsgrad des Futters auf den Vermehrungs­erfolg aus. Schimmelbildung, die ihrerseits durch schlechte Lagerungsbedingungen begünstigt wird, fördert ebenfalls die Vermehrung der Milben. Futtermilben bohren sich nicht durch Verpackungsmaterial, sondern dringen nur in geöffnete oder beschädigte Packungen ein.

Unter Feldbedingungen stellten sich kommerzielle Futtermittel beim ersten Öffnen in aller Regel als (fast) milbenfrei heraus. Lagerung im Haus bei Raumtemperatur war weitgehend folgenlos; bei einer Aufbewahrung im Freien mit höheren Temperaturen und Luftfeuchte hingegen siedelten sich Modermilben innerhalb weniger Wochen im Futter an.

Hygiene ist entscheidend

Kommerzielle Trockenfutter sollten gut verschlossen im Haus aufbewahrt werden. Wenn Eliminations- und Provokationstests zur Diagnose einer Futtermittelallergie durchgeführt werden, sollten sowohl vom bisherigen als auch von den zu testenden Futtermitteln neue, frisch geöffnete Verpackungen zum Einsatz kommen.

Originalpublikation:

Olivry T, Mueller RS (2019): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (8): storage mites in commercial pet foods. BMC Vet Res 15: 385. DOI 10.1186/s12917-019-2102-7.

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