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Bildgebende Diagnostik beim Hobbygeflügel

Zunehmend werden einzelne Hühner, Enten oder Gänse in der Kleintierpraxis vorgestellt. Ein Übersichtsartikel zu Röntgen und Sonografie erläutert Durchführung und häufige Befunde.

Die Lagerung für die Röntgenaufnahmen erfolgt entweder durch eine Hilfsperson oder indem die Vögel in einer Halterung fixiert werden. In der Regel ist für diese Fixation keine Anästhesie notwendig, allerdings kann bei stressempfindlichen Arten eine Sedation oder kurze Vollnarkose nötig sein. Die Sonografie wird beim Vogel durch die Luftsäcke eingeschränkt. Die Ankopplung ist ventromedian am Bauch möglich und bei den meisten Hausgeflügelarten auch parasternal in zwei Brustbeinausschnitten. Das Rupfen der Federn ist in den meisten Fällen nicht nötig, ein Scheiteln reicht aus. Besonders bei Wassergeflügel sollte das Rupfen der Federn vermieden werden.

Häufige Befunde und Indikationen
Die bei Papageien und anderen Ziervögeln vorhandene Sanduhrform der Herz-Leber- Silhouette in der ventrodorsalen Röntgenaufnahme liegt beim Hausgeflügel aufgrund seines prominenten Gastrointestinal- und weiblichen Geschlechtstraktes nicht vor. Bei einem röntgenologischen Verdacht auf eine Herzerkrankung sollte auch beim Geflügel eine echokardiografische Abklärung erfolgen. Achtung! Bei Vögeln mit einem hochgradig gefüllten Abdomen mit Verdacht auf einen Aszites auf Röntgenaufnahmen verzichten, da die Lagerung auf dem Rücken eine bestehende Atemnot verschlimmern kann. Hier sind direkt eine Sonografie und ultraschallgestützte Punktion zur Entlastung der Atmung angezeigt. Für die Diagnostik des Magen-Darm-Traktes ist das Röntgen mit oder ohne Kontrastmittel besser geeignet als die Sonografie. Häufig können beim Hausgeflügel Fremdkörper gefunden werden. Die Milz ist oft nicht darstellbar. Am Urogenitaltrakt dominieren Veränderungen des weiblichen Genitaltraktes. Hier können Entzündungen des Legedarms, Legenot, Eidotterperitonitis mit oder ohne Schichteibildung gefunden werden. Aber auch beim männlichen Tier kommen Veränderungen der Hoden vor, meist neoplastischer Art. Bedenke! Am Respirationstrakt des Wassergeflügels liegt je nach Spezies eine große Variation von Trachea und Syrinx vor, die nicht als pathologische Veränderungen fehlinterpretiert werden darf!

Originalpublikation:
Krautwald-Junghanns ME, Moerke-Schindler T, Vorbrüggen S, Cramer K (2017): Radiography and Ultrasonography in the Backyard Poultry and Waterfowl Patient. J Avian Med Surg 31(3): 189–197. DOI 10.1647/2016-198.