Image
Katzen werden besonders häufig von Tiersammlern gehalten.
Foto: Cavan - stock.adobe.com
Katzen werden besonders häufig von Tiersammlern gehalten.

Animal Hoarding

Sammelsucht: Immer mehr Tiere werden gehortet

In psychischen Notlagen kann Tierhaltung zur Sucht werden. Dann horten Menschen Tiere in großer Anzahl, ohne sie angemessen versorgen zu können.

Im November 2021 wurden 585 Ratten aus einer Wohnung in Dorsten gerettet. Die Tierhalter bzw. Tierhalterinnen hatten ein Jahr zuvor zwei Ratten angeschafft, die sich überraschenderweise als Männchen und Weibchen entpuppten. Der folgenden Vermehrung konnten die Halter nicht Einhalt gebieten. Diesen eindrücklichen Fall schildert der Deutsche Tierschutzbund in seiner  Auswertung aller bekannt gewordenen Fälle von Animal Hoarding. Einbezogen werden Meldungen an Tierschutzvereine genauso wie Medienberichte.

Die Auswertung veröffentlicht der Tierschutzbund alljährlich seit nunmehr zehn Jahren. Wahrscheinlich sind diese Daten nur die Spitze des Eisbergs, aber ausreichend, um einen Trend festzustellen. Im Verlauf des letzten Jahrzehnts nahmen sowohl die Fälle von Animal Hoarding als auch die Anzahl betroffener Tiere deutlich zu. Insgesamt waren von der krankhaften Tiersammel-Sucht im letzten Jahrzehnt über 30.000 Tiere betroffen. Der Deutsche Tierschutzbund geht von einer hohen Dunkelziffer aus.

Katzen und Hunde sind mit Abstand am häufigsten betroffen; schließlich sind sie auch die in Deutschland am häufigsten gehaltenen Haustiere. Danach folgen kleine Heimtiere, Ziervögel und Nutztiere inklusive Pferde. Schließlich gibt es sogar Fälle, in denen Wildtiere und Exoten gesammelt werden.

„Den Tieren gehts schlecht, weil es den Bauern schlecht geht.“

Rinder im Stall verhungert: Hinter schrecklichen Schlagzeilen wie dieser verbirgt sich oft nicht nur großes Tierleid, sondern auch ein Landwirt in Not. Wir haben mit Prof. Dr. Edgar Schallenberger, Vertrauensmann Tierschutz in der Landwirtschaft, über Bauern in der Abwärtsspirale gesprochen.
Artikel lesen

Krise könnte Problem verschärfen

Mit 68 Fällen und 4.218 Tieren im Jahr 2021 liegen die Zahlen für 2021 noch deutlich über dem bisherigen Höhepunkt in 2018 (59 Fälle). Anhand der Daten lässt sich nicht sagen, ob Tiersammler nur häufiger gemeldet werden oder ob ihre Zahl tatsächlich zunimmt.

Der Tierschutzbund vermutet aber einen Zusammenhang zur aktuellen Krise mit Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und steigenden Lebenskosten. Nina Brakebusch, Fachexpertin für Animal Hoarding vom Deutschen Tierschutzbund, meint: „Häufig führt ein Schicksalsschlag, wie der Tod eines Angehörigen, die Verschlechterung der eigenen, auch psychischen Gesundheit oder finanzielle Not, dazu, dass Menschen in eine Hoarding-Haltung abrutschen. Solche Auslöser könnte es zuletzt häufiger gegeben haben.“ In Fällen von Animal Hoarding brauchen also sowohl die Tiere als auch die Menschen Hilfe.

Image
Traurig und antriebslos ist jeder mal: Das ist aber noch keine Depression. Eine Psychologin verrät, was typische Warnsignale für die psychische Erkrankung sind.
Foto: Rawpixel.com - stock.adobe.com

Psychische Gesundheit

29. März 2022

Depressionen: Wie man sie erkennt und richtig handelt

Eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung. Psychologin Sandra Jankowski verrät im Interview, was typische Symptome sind und was Betroffene tun können.

Image

Psyche

14. Oktober 2020

Heil durch die Krise mit Online-Resilienztraining

Die psychische Widerstandskraft in Krisensituationen nennt die Psychologie Resilienz. Diese kann trainiert werden, zum Beispiel in einem kostenfreien Online-Kurs der Universität Mainz.

Image
itis-katze.jpeg
Foto: Canva

ITIS

27. Oktober 2017

Schwer durchschaubar: Schmerzerkennung bei der Katze

Prof. Dr. Michaele Alef erklärte auf den Kölner Thementagen 2017, wie Schmerzen bei Katzen beurteilt werden können.

Image
Ein Fitnesstest soll Möpse ohne BOAS für die Zucht selektieren.
Foto: nuraann - stock.adobe.com

Zucht

15. April 2022

Brachycephalen-Syndrom: Fitnesstest für Möpse

Mithilfe eines neuen, standardisierten und evaluierten Fitnesstests können Möpse ohne Brachycephalen-Syndrom sicher identifiziert und für die Zucht ausgewählt werden.