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Nutzen Sie Ihr Handy diagnostisch? 
Foto: Mymemo - stock.adobe.com
Nutzen Sie Ihr Handy diagnostisch? 

Pferdemedizin

Praxistipp: Fundus-Beurteilung per Smartphone

Pferdeophthalmologe Marco Schwan hat einen Praxistipp für die diagnostische Beurteilung des Augenhintergrundes beim Pferd.

Für die Beurteilung und Dokumentation des Krankheits- oder Heilungsverlaufs von Augenerkrankungen sind Fotos und vor allem auch Videos hilfreich. Kam es zu einer Pro- oder Regression? Wie sieht die Antwort auf medikamentöse oder chirurgische Therapien aus?

Smartphonebasierte Fundusfotografie – schon probiert?

Für die Beurteilung des Pferdeauges ist nicht immer teure Technik nötig: Mit der Foto- und Videofunktion eines Handys lässt sich  der Augenhintergrund beurteilen. Die „smartphonebasierte Fundusfotografie“ wurde auch in der Humanmedizin z. B. zur Früh­erkennung von Glaukomen oder diabetischen Retinopathien in Entwicklungsländern erprobt und als praktikabel befunden. Auch der Fachtierarzt für Pferde mit der Zusatzbezeichnung Augenheilkunde Marco Schwan nutzt sein Handy diagnostisch und gibt folgende Tipps:

  • Befestigen Sie einen Adapter auf Ihrem iPhone vor der Linse Ihres Handys.
  • Dilatieren Sie die Pupille mit einem Mydriatikum.
  • Schwächen Sie das Licht etwas ab, indem Sie die Lichtquelle mit weißem Tape abkleben.
  • Nutzen Sie eine App, mit der Sie das Licht des Handys parallel zur Videofunktion laufen lassen können.
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Marco Schwan bei der Arbeit.
Foto: Marco Schwan
Marco Schwan bei der Arbeit, hier ohne Handy. 

Equine Augenheilkunde: Austausch und Diskussionen erwünscht

Obwohl auch bei Pferden gesunde Augen wichtig für das allgemeine Wohlbefinden und eine entsprechende Leistung sind, wurde die Pferdeopthalmologie über lange Zeit recht stiefmütterlich behandelt. Inzwischen gibt es jedoch mehr wissenschaftliche Untersuchungen und auch angeregte Fachdiskussionen. „Das Wissen rund um das Pferdeauge steigt“, bestätigt Schwan, der Kollegen auch internationale Fortbildungen wie die Equine Eye Case Days von Arno Lindner oder VetPD  ans Herz legt.

Beim Austausch zwischen deutschen und internationalen Augenexperten zeigt sich, dass auch Pferdeophthalmologen nicht immer einer Meinung sind:  So wird Diagnostik und Behandlung der Equinen Rezidivierenden Uveitis (ERU) weiterhin kontrovers diskutiert, wie folgender Artikel aus Der Praktische Tierarzt von Marco Schwans Kollegen, dem Augenspezialisten Stefan Gesell-May, verdeutlicht.

Für weitere Fragen rund um das Pferdeauge steht der Spezialist aus der Pferdepraxis Oberalster Kolleginnen und Kollegen  gerne zur Verfügung. Für einen besseren Fachaustausch und die Sicherung der Qualität von Augenbehandlungen beim Pferd hat Schwan gemeinsam mit  spezialisierten Kollegen hat die Qualitätsgemeinschaft Pferdeaugenheilkunde Nord gegründet, weitere Spezialistinnen und Spezialisten sind willkommen!

Mehr zum Thema

Von seiner „Freude zum Detail“ hat der Ophthalmologe übrigens in der Maiausgabe 2022 von Der Praktische Tierarzt berichtet – blättern Sie doch mal rein!