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Referenzwerte der Leukozytenzahl und des Differentialblutbildes bei Hundesaugwelpen verschiedener Rassen

Der Praktische Tierarzt 84, 14-20

Publiziert: 01/2003

Zusammenfassung

In der vorliegenden Studie wurden Blutproben beiklinisch gesunden Hundewelpen der Rassen Beagle,Deutscher Schäferhund und Golden Retriever zwischendem 1. und 3. (n = 146), dem 8. und 10. (n = 137), dem 28.und 33. (n = 151) sowie dem 50. und 58. Lebenstag (n =129) post natum gewonnen. Hierbei erfolgte die Messungvon Gesamtleukozytenzahl mit einem halbautomatischenBlutzellzählgerät sowie die visuelle Erstellungeines Differentialblutbildes. Die Gesamtleukozytenzahlwar im Beobachtungszeitraum deutlichenVeränderungen unterworfen und lag bei allen dreiHunderassen am 28.–33. und 50.–58. Tag (Beagle:14,3 ± 4,1g103/Xl, Deutscher Schäferhund:
13,6 ± 2,3g103/Xl, Golden Retriever: 14,5 ± 1,9g103/Xl) über den Referenzwerten adulter Tiere. BeimRassevergleich fiel insbesondere eine höhere Gesamtleukozytenzahlbei den Retrieverwelpen als bei denDeutschen Schäferhund- und Beaglewelpen auf. Unterden verschiedenen Leukozytenfraktionen waren nebeneiner initialen Kernlinksverschiebung die Veränderungendes Lymphozytenanteils und der Lymphozytenzahlbesonders markant. Sie stiegen von 19,1 ± 9,2 % bzw. 2,17± 0,91g103/Xl zum Zeitpunkt 1–3 Tage nach der Geburtan und erreichten das Maximum mit 46,0 ± 9,8 % bzw.6,42 ± 1,94g103/Xl am 28.–33. Lebenstag. Der Anteil eosinophilerGranulozyen am Differentialblutbild lag wieihre Absolutzahl – bei einer auffälligen interindividuellenVariabilität – zu den ersten beiden Probenentnahmezeitpunktendeutlich über den Verhältnissen der späterenZeitpunkte. Auch die quantitativ auffälligstenRasseunterschiede wurden bei den eosinophilen Granulozytenentdeckt, wobei die Schäferhundwelpenüberwiegend auffällig höhere absolute und relativeWerte als Hunde anderer Rassen besaßen.Während auch bei anderen Blutzellfraktionenen deutlicheRasseunterschiede gefunden wurden, waren Geschlechtsunterschiedenur sporadisch anzutreffen. Aufgrundder erheblichen Variation, die die Messgrößen desweißen Blutbildes auch innerhalb der Säugeperiode aufweisen,ist eine exakte Berücksichtigung des Alters beider Laborwertinterpretation von Welpen unumgänglich.Darüber hinaus deuten die Ergebnisse der vorliegendenStudie an, dass generell rassespezifische Einflüssebei der Beurteilung des weißen Blutbildes beimcaninen Patienten stärker berücksichtigt werden sollten.

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