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Journal Club

Narkoseprämedikation bei Papageien

In der Vogelmedizin ist eine Prämedikation vor der Narkoseeinleitung noch unüblich. Die Autoren einer aktuellen Studie untersuchten den Effekt von Butorphanol und Midazolam.

Isofluran wird häufig als alleiniges Anästhetikum beim Vogel benutzt, was besonders bei der Narkoseeinleitung zu Komplikationen führen kann, beispielsweise durch Abwehrbewegungen als Reaktion auf die Wahrnehmung des Gases oder eine Exzitationsphase. Außerdem wirkt Isofluran dosisabhängig atemdepressiv und verfügt über keine analgetischen Effekte. Opioide werden beim Säuger häufig verwendet, für den Vogel liegen nur für Butorphanol Studien vor. Midazolam wird beim Vogel bereits als Prämedikation oder zur Sedation entweder intramuskulär oder intranasal eingesetzt. Auch die Kombination aus beiden Präparaten wurde bereits beschrieben. Die hier vorgestellte Studie sollte die Kombination aus Butorphanol und Midazolam als Narkoseprämedikation im Vergleich zu einer reinen Isofluraneinleitung genauer untersuchen.

Material und Methoden
Die Studie wurde an gesunden Papageien unterschiedlicher Spezies durchgeführt, die für Routineeingriffe in Narkose versetzt wurden, beispielsweise für die Implantation eines Kennzeichnungschips. Die Hälfte der Vögel erhielt dafür die Prämedikation, die andere Hälfte wurde direkt mit Isofluran per Maske eingeleitet. Die Versuchsgruppe bekam 15 Minuten vor der Narkoseeinleitung 1 mg/kg Butorphanol und 0,5 mg/kg Midazolam intramuskulär injiziert, während der Kontrollgruppe Kochsalzlösung verabreicht wurde. Ab der Narkoseeinleitung wurden alle Vitalparameter erfasst sowie die Einschlaf- und Aufwachphase bewertet. Alle Vögel wurden zur Aufrechterhaltung der Narkose intubiert.

Ergebnisse und Fazit
Die Induktionsphase der Testgruppe war deutlich kürzer und unproblematischer als in der Kontrollgruppe, während sich beide Gruppen in der Aufwachphase nicht unterschieden. Außerdem benötigte die Versuchsgruppe deutlich weniger Isofluran zur Aufrechterhaltung der Narkose. Die Vitalparameter unterschieden sich in beiden Gruppen nicht. Eine Prämedikation mit Butorphanol und Midazolam ist also auch beim Vogel durchführbar und sinnvoll, um unerwünschte Effekte bei der Narkoseeinleitung zu vermeiden.

Originalpublikation: Kubiak M, Roach L, Eatwell K (2016): The Influence of a Combined Butorphanol and Midazolam Premedication on Anesthesia in Psittacid Species. J Avian Med Surg 30(4): 317–323. DOI 10.1647/2013-072.

Journal Club

14. Dezember 2017

Gabapentin verhindert Anstieg des Augeninnendrucks bei Intubation

Gabapentin wird bei Hunden in der Therapie der Epilepsie eingesetzt. Beim Menschen mindert der Stoff als Prämedikationden Anstieg des intraokulärenDrucks (IOD), der als Reaktion auf eine Intubation auftritt. Diese Wirkung wurde nun in einer Studie am Hund untersucht.