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Kryptosporidiose-Therapie bei Leopardgeckos (Eublepharis macularius) mit Azithromycin (Zithromax®) und Paromomycinsulfat (Humatin®) – Fallbeispiele und Literaturübersicht

Ein Parasitenbefall gehört bei der Haltung von Reptilienzu den häufigsten Krankheitsbildern. Von 44 positiv aufKryptosporidien getesteten Reptilienkotproben war derAnteil an Leopardgeckos (Eublepharis macularius) mit 18Tieren am höchsten....

Kleintierpraxis 53, 95-104

Publiziert: 02/2008

Zusammenfassung

Ein Parasitenbefall gehört bei der Haltung von Reptilienzu den häufigsten Krankheitsbildern. Von 44 positiv aufKryptosporidien getesteten Reptilienkotproben war derAnteil an Leopardgeckos (Eublepharis macularius) mit 18Tieren am höchsten. Die häufigste Art ist Cryptosporidiumsaurophilum, die hauptsächlich im Dünndarm lokalisiertist und zu Anorexie, fortschreitendem Gewichtsverlust,Erbrechen, Durchfall bis hin zu Todesfällen bei infiziertenLeopardgeckos führt. Zwei Therapieansätze wurden aufihre Wirksamkeit bei natürlich infizierten Tieren geprüft. DieParomomycinsulfat-Behandlung verbesserte die klinischenSymptome und führte zu negativen Befunden in der koprologischenDiagnostik in drei erkrankten Beständen, führtejedoch nicht zur Eliminierung des Erregers bei zwei vonvier Tieren eines Bestandes. Nach Azithromycin-Gabe zeigtesich in drei Beständen kein Einfluss auf die Kryptosporidien-Ausscheidung. Behandlungen der Kryptosporidiose mithyperimmunem bovinem Kolostrum (HBC), Halofuginon,Spiramycin, Sulfonamiden, Triazinderivaten und Nitazoxanidwerden in der bekannten Literatur ausgewertet. Da derzeitkeine kausale und zugleich gut verträgliche Therapie derKryptosporidiose bei Reptilien zur Verfügung steht, die zurvollständigen Eliminierung der Infektion führt, stehen Quarantäneund Prävention im Vordergrund.
Leopardgecko
Eublepharis macularius
Cryptosporidiumsaurophilum

Summary

Cryptosporidiosis treatment in Leopard Geckos (Eublepharismacularius) with azithromycin (Zithromax®) and paromomycinsulfate (Humatin®) – case reports and review of theliterature
Reptiles kept in captivity are very often infected with parasitesand the resulting disease can lead to severe healthproblems. From 44 reptile fecal samples tested positive forcryptosporidia, the fraction of Leopard Geckos (Eublepharismacularius) with 18 animals was the highest. The mostfrequently detected species was Cryptosporidium saurophilum,which is located mainly in the small intestine and leadsto anorexia, progressive decrease in body weight, vomitingand diarrhea. It can even culminate in death in infectedLeopard Geckos. Two therapy approaches were investigatedfor their effectiveness in naturally infected animals.The paromomycin sulfate treatment improved the clinicalsymptoms and led to negative findings in the coprologicaldiagnostics in three cases. It was not able, however, toeliminate the infection from 2 of 4 animals in one case. Theazithromycin treatment was found to be not effective anddid not show any effect on the cryptosporidia shedding inall three cases treated. The treatment of cryptosporidiosiswith hyperimmune bovine colostrum (HBC), halofuginone,spiramycin, sulfonamides, triazine derivatives and nitazoxanideare reviewed. Since no compliant treatment is availablethat is both causal and effective in completely eliminatingthe infection from reptiles, quarantine and preventionare of major importance in controlling cryptosporidiosis inthese species.
Leopard Gecko
Eublepharis macularius
Cryptosporidiumsaurophilum

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