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Kleintierpraxis

Exokrine Pankreasinsuffizienz (PEI) des Hundes unter besonderer Berücksichtigung der Therapie

Kleintierpraxis 58, 533-546

DOI: 10.2377/0023-2076-58-533

Publiziert: 12/2013

Zusammenfassung

In der Behandlung der exokrinen Pankreasinsuffizienz des Hundes kommt der lebenslangen Therapie, aber auch der Diätetik eine Bedeutung wie bei kaum einer anderen Erkrankung zu. Während die akute Pankreatitis teilweise mit hochdramatischem Verlauf in Erscheinung tritt, ist die pankreatische exokrine Insuffizienz (PEI) eher durch ein ungestörtes Allgemeinbefinden gekennzeichnet. Allerdings sind die Patienten oft durch deutliche Symptome einer Unterernährung und Malabsorption auffällig (Abmagerung, fettiger Kot). Bei der PEI bilden die Substitutionstherapie von Verdauungsenzymen sowie diä̈tetische Maßnahmen die Basis der Behandlung. Die Optimierung der Therapie sollte dabei selbstverständlich vorrangig an die besonderen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Es sind jedoch auch ökonomische Gesichtspunkte zu berücksichtigen, da nicht selten die Compliance der Patientenbesitzer aufgrund der relativ hohen Kosten und der Notwendigkeit der lebenslangen Therapie eingeschränkt ist. Pulverfö̈rmige porzine Pankreasenzympräparate haben sich in der Therapie bewährt, wenngleich auch der Einsatz von rohem Pankreasgewebe (deutlich preisguünstiger) mö̈glich ist. Ob die gezielte Supplementierung (oral oder parenteral) mit essenziellen Nä̈hrstoffen, deren Absorption trotz Enzymsubstitution nicht oder nur unzureichend erfolgt (u. a. fettlö̈sliche Vitamine, Cobalamin, essenzielle Fettsäuren), notwendig ist, sollte individuell geprüft werden. Die Prognose für die an PEI erkrankten Patienten ist im Allgemeinen gut, dennoch können in der Praxis Probleme auftreten (Versagen der Therapie bzw. suboptimale Behandlungserfolge). Bei der Mehrzahl der PEI-Patienten kann durch eine entsprechende Behandlung (v. a. Enzymsubstitutionstherapie) eine Verbesserung der Symptomatik oder sogar eine nahezu vollständige „Normalisierung“ erzielt werden.
Exokrine Pankreasinsuffizienz
Enzymsubstitution
diätetische Fütterungsmaßnahmen

Summary

Exocrine pancreatic insufficiency (PEI) in the dog with a focus on therapy Both lifelong therapy and dietetic measures play a particularly important role in the treatment of pancreatic disease in dogs. While patients with acute pancreatitis show severe symptoms with sometimes quite dramatic courses of the disease, the symptoms of chronic pancreatic exocrine insuf- ficiency (PEI) are more often characterised by an unaffected general condition. However, patients often show marked symptoms of malnutrition and malabsorption (excessive loss of weight, steatorrhoea). Enzyme therapy and dietetic measures form the basis of the treatment of PEI. Enzyme replacement therapy should focus mainly on the needs of the individual patient; however, the cost factor should not be neglected to encourage the compliance of the owner, which may be reduced due to the relatively high costs and the need for lifelong treatment. Pancreatic enzyme powder of porcine origin works quite well, although the use of raw pancreatic tissue is a more economical alternative. The need for specific supplementation (oral or parenteral) with essential nutrients should be checked for on an individual basis when, in spite of the supplementation with enzymes, the patient’s digestion or absorption is blocked or reduced by PEI (e.g. fat-soluble vitamins, cobalamin, essential fatty acids). Even though the prognosis for patients suffering from PEI is generally favourable, inappropriate handling of enzymes can occur in practice, thwarting any therapeutic success or causing suboptimal results. For the majority of patients with PEI, enzyme replacement therapy and dieteic measures will result in a distinct (and adequate) improve ment of their symptoms or even in an almost complete disappearance of all their clinical signs.
exocrine pancreatic insufficiency
enzyme substitution
dietetic measures

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