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Waldtrachtkrankheit: Falscher Zucker schadet Bienen

Melezitose, ein Zucker aus dem Honigtau, ist der Auslöser der sogenannten Schwarzsucht, einer Bienenerkrankung.

  • Bienen sammeln im Sommer Honigtau und produzieren daraus dunklen Waldhonig.
  • Die Aufnahme von Honigtau kann bei Bienen die Waldtrachtkrankheit auslösen.
  • Honigtau enthält spezielle Zucker, unter anderem Melezitose, die für Bienen schwer verdaulich ist.

Im Sommer, wenn es weniger Blüten mit Nektar gibt, ernährt sich manche Honigbiene zunehmend von Honigtau: den Ausscheidungen verschiedener Lausarten. Das Ergebnis ist ein dunkler Honig, der manchmal schon in den Waben auskristallisiert und kaum herausgeschleudert werden kann. Leider ist die Aufnahme von Honigtau mit der Waldtrachtkrankheit bei Bienen assoziiert, auch Schwarzsucht genannt. Die Folgen: angeschwollene Hinterleiber, massiver Haarausfall, verändertes Verhalten. Viele Bienen bleiben am Eingang des Bienenstocks, anstatt auszufliegen. Innerhalb kurzer Zeit können ganze Stöcke eingehen. Bisher wurde als Ursache für die Wald­trachtkrankheit der hohe Mineralstoffgehalt im Waldhonig vermutet.

Honigtau enthält schwer verdauliche Zucker

Doktorandin Viktoria Seeburger von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim fand nun heraus: Problematisch ist wohl das Zuckerspektrum im Honigtau, nicht die Mineralstoffe. Honigtau kann große Anteile spezieller Zucker enthalten, unter anderem bis zu 70 Prozent Melezitose. Diese ist vermutlich Auslöser der Waldtrachtkrankheit. „Wir gehen deshalb davon aus, dass Melezitose von den Bienen nicht gut verdaut werden kann und sich im Darm ansammelt“, sagt Seeburger. Die Bienen sind offenbar mangelhaft ernährt, obwohl sie eigentlich ausreichend fressen. „Die geschwächten Tiere sind zudem auch anfälliger für Krankheitserreger, was die Sache noch verschlimmert.“

Den Imkern empfiehlt Seeburger, Honigtau mit einem hohen Gehalt an Melezitose zu vermeiden: „Sie sollten ihre Kolonien aus den Wäldern entfernen, wenn die Umweltbedingungen die Melezitoseproduktion begünstigen.“ Dies sei beispielsweise bei Honigtau der von Imkern gefürchteten großen schwarzen Fichtenrindenlaus der Fall.

Hier finden Sie die Originalpublikation.

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