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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Rekombinante Geflügelviren als Vektorimpfstoffe gegen Geflügelpest

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 119

Publiziert: 03/2006

Zusammenfassung

Zur Bekämpfung der durch hoch pathogene aviäre Influenza A Viren der Hämagglutinin (HA)-Typen H5 und H7 verursachten klassischen Geflügelpest wurden zahlreiche Impfstoffe entwickelt. Eine prophylaktische Immunisierung des Geflügels mit inaktivierten Influenzaviren ist jedoch problematisch, da hierdurch die serologische Identifizierung Feldvirus-infizierter Tiere behindert und somit die Eliminierung der Seuchenerreger erschwert wird. Dieses Problem könnte durch den Einsatz gentechnisch hergestellter Marker-Impfstoffe beseitigt werden, die ausschließlich das für die schützende Immunität relevante HA enthalten. Natürlich infizierte Tiere könnten dann anhand der nur bei ihnen nachweisbaren Serumantikörper gegen andere Proteine der Influenzaviren, z. B. die Neuraminidase oder das Nukleoprotein, identifiziert werden. Als Impfstoffe eignen sich sowohl das gereinigte HA Protein, als auch für HA codierende DNA-Vakzinen. Kostengünstiger und einfacher applizierbar sind jedoch modifizierte Lebendvirus-Vakzinen gegen andere Geflügelkrankheiten, die zusätzlich das Influenzavirus HA-Protein exprimieren. Als Vektoren wurden bislang das Hühnerpockenvirus (Fowlpox virus, FPV), sowie die Viren der infektiösen Laryngotracheitis und der atypischen Geflügelpest (Newcastle disease) in Tierversuchen erprobt. Eine das Hämagglutinin H5-exprimierende FPV-Rekombinante ist in Mittelamerika und Südostasien bereits im Einsatz, allerdings ohne eine begleitende Marker-Diagnos-tik. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen viralen Vektoren werden diskutiert.

Summary

To help in the control of fowl plague caused by highly pathogenic avian influenza A viruses of hemagglutinin (HA) subtypes H5 and H7 several vaccines have been developed. A prophylactic immunization of poultry with inactivated influenza viruses in non-endemic situations is questionable, however, due to the impairment of serological identification of field virus-infected animals which hinders elimination of the infectious agent from the population. This problem might be overcome by the use of genetically engineered marker vaccines which contain only the protective influenza virus hemagglutinin. Infected animals could then be unambiguously identified by their serum antibodies against other influenza virus proteins, e.g. neuraminidase or nucleoprotein. For such a use, purified HA or HA-expressing DNA vaccines are conceivable. Economically advantageous and easier to apply are modified live virus vaccines in use against other poultry diseases, which have been modified to express influenza virus HA. So far, recombinant HA-expressing fowlpox virus (FPV ) as well as infectious laryngotracheitis and Newcastle disease viruses have been asssessed in animal experiments. An H5expressing FPV recombinant is already in use in Central America and Southeast Asia but without accompanying marker diagnostics. Advantages and disadvantages of the different viral vectors are discussed.

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