Mann tippt an Computer
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Personal finden in Zeiten von Corona

Online-Bewerbungsgespräche? Warum nicht! Praktische Tipps für Praxisinhaber

Sie sind trotz Corona-Krise auf der Suche nach neuen Mitarbeitern oder Azubis? Dann können Online-Bewerbungsgespräche eine Option sein. So funktionieren sie!

Online-Bewerbungsgespräche bieten sich in Corona-Zeiten an. „Das ist unkomplizierter, freundlicher und sicherer, weil die Gespräche ganz ohne Maske stattfinden können“, sagt Recruiting-Experte und Persoblogger Stefan Scheller, der bei der Datev das Personalmarketing verantwortet. Hier antwortet er auf die wichtigsten Arbeitgeberfragen zu virtuellen Gesprächen mit Bewerbern.

Welche Vorteile haben Online-Bewerbungsgespräche?

„Online-Bewerbungsgespräche sind spontaner und können meist kurzfristig angesetzt werden“, sagt Scheller. Zudem können auch der Aufwand und die Kosten reduziert werden, wenn Bewerber nicht von weiter weg anreisen müssen.

Digitales Bewerbungsgespräch: Wie bereiten sich Betriebe vor?

Bevor Betriebe Online-Bewerbungsgespräche anbieten können, müssen sie sich dafür die technischen Voraussetzungen schaffen. „Sonst gelingt es nicht, einen guten Eindruck zu machen“, betont Scheller. Zur Vorbereitung gehöre daher die Auswahl eines geeigneten Programms. Wichtig sei auch, eine gute Sprachqualität sicherzustellen und die gesamte Technik vorab zu testen.
Darüber hinaus müssen sich Praxisinhaber auf den Termin mit einem potenziellen neuen Mitarbeiter vorbereiten, wie bei jedem anderen Vorstellungsgespräch auch. Dafür hat der Persoblogger einen Tipp: „Erarbeiten Sie eine Struktur, mit der Sie systematisch und zielgerichtet Fragen stellen können.“

Was ist das richtige Tool?

Wer seinen Bewerbern während des Bewerbungsgesprächs den Betrieb durch einen Rundgang zeigen möchte, sollte laut Scheller ein Tool nutzen, das für den mobilen Gebrauch geeignet ist – zum Beispiel Facetime oder auch WhatsApp. Ansonsten rät er zu echten Video-Tools wie Adobe Connect, Meet von Google, Microsoft Teams oder Zoom.Eine eindeutige Empfehlung hat Scheller nicht, aber einen Tipp für die Auswahl: „Wichtig ist, dass das Tool in Ihrem Betrieb gut läuft und dass Sie damit gut zurechtkommen.“ Zudem rät er, auf den Datenschutz zu achten. „Es gibt Unternehmen, die beispielsweise den Einsatz von Zoom oder WhatsApp wegen datenschutzrechtlicher Bedenken untersagen“, erläutert der Persoblogger.

Welche Infos brauchen Bewerbervor dem virtuellen Gespräch?

Vor dem Start des Gesprächs brauchen Bewerber einige Informationen. Dazu gehören für Scheller:

  • die Zugangsdaten zum Online-Vorstellungsgespräch,
  • eine Anleitung, wie das Tool funktioniert und wie der Betrieb bei technischen Problemen unterstützt.

Wo ist der beste Ort für ein Online-Bewerbungsgespräch?

Ein No-Go ist für Scheller ein virtueller Hintergrund: „Dann können sich die Bewerber überhaupt keinen Eindruck vom Arbeitsplatz verschaffen“, betont der Persoblogger. Stattdessen rät er Praxen, für das Gespräch beispielsweise das Büro oder auch das Behandlungszimmer zu nehmen, sofern dort eine ungestörte Unterhaltung möglich ist.

Wie gelingt es Betrieben, online einen guten Eindruck zu machen?

Im Bewerbungsgespräch ist es nach Einschätzung von Stefan Scheller besonders wichtig, dass Arbeitgeber möglichst authentisch rüberkommen. „Täuschen Sie nichts vor, was Sie persönlich später nicht halten können“, rät er. Wer sonst tough sei, dürfe das auch im Gespräch mit dem Bewerber sein und müsse nicht besonders lieb und freundlich auftreten. Schließlich gehe es darum, einander kennenzulernen. „Beide Seiten müssen für sich herausfinden, ob sie sich vorstellen können, miteinander zu arbeiten“, sagt Scheller.

Wie lange sollte ein Bewerbungsgespräch am PC dauern?

Die Zeit am Bildschirm empfinden die meisten Menschen laut Scheller länger und auch anstrengender als bei einem normalen Gespräch. „Wichtig ist, dass Sie beim Bewerbungsgespräch herausfinden, ob der Kandidat als Mitarbeiter für Sie infrage kommt“, so Scheller, und gibt noch einen Tipp: „Sie können auch beim Online-Vorstellungsgespräch kleine Pausen einlegen.“

Welche Nachteile haben Online-Bewerbungsgespräche?

Bewerber können Arbeitgeber nur in reduzierter Form kennenlernen: Am Bildschirm bekommen Bewerber nur einen kleinen Ausschnitt des Betriebes zu sehen. Wie es dort zum Beispiel riecht, welche Möbel es gibt und welche Atmosphäre dort herrscht, lässt sich nicht erkennen.
Technische Hürden: Fehlt eine stabile Internetverbindung oder hakt es mit der technischen Ausstattung des Bewerbers, hat das Auswirkungen auf den Gesprächsverlauf. „Arbeitgeber müssen hier aufpassen, dass sie das nicht zulasten des Bewerbers überinterpretieren“, warnt der Persoblogger.
Probearbeit kaum möglich: Bei Bewerbungsgesprächen müssen Tierärzte oft unter Beweis stellen, was sie praktisch können. „Fachliche Arbeitsproben sind bei virtuellen Gesprächen aber schlecht möglich“, sagt Scheller. Anna-Maja Leupold

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