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Akute Dyspnoe: Eine schnelle Diagnose kann Leben retten

Wenn Katzen nach Atem ringen, ist eine schnelle und akkurate Diagnose der Ursachen entscheidend für das weitere Management. Tatsächlich sind die Ergebnisse einer kurzen klinischen Untersuchung häufig ausreichend, um herauszufinden, ob es sich um eine Herzerkrankung handelt.

Katzen mit Dyspnoe reagieren oft sehr empfindlich auf jegliches Handling. Eine Blutabnahme oder Röntgenaufnahme sind initial meist kontraproduktiv. Für die Therapie ist es aber wichtig, zu wissen, ob eine Herzerkrankung oder eine nicht-kardiale Ursache vorliegt. Kardiologen aus Großbritannien haben daher an 108 Katzen mit akuter Dyspnoe überprüft, welche Werte aus der klinischen Untersuchung weiterhelfen.

Diagnostik: Erstmal nur das Nötigste
Die Autoren raten, sich auf das Wichtigste zu konzentrieren: Eine Katze mit akuter Dyspnoe sollte nur kurz untersucht und dann zunächst stabilisiert werden. Schnell gemessen sind Körpertemperatur, Puls und Atemfrequenz, daneben ist eine Auskultation hilfreich. Danach sollte sich die Katze ohne weitere Tests in sauerstoffreicher Umgebung erholen können.

Wann ein Diuretikum weiterhilft
Um die Ergebnisse der klinischen Untersuchung einzuordnen, haben die Autoren ein Triage-Diagramm entworfen. Dies sind die wichtigsten Hinweise:

  • Bei einer Körpertemperatur von über 40 °C ist eine Herzinsuffizienz extrem unwahrscheinlich. Eine Körpertemperatur unter 37,5 °C spricht hingegen stark für eine kardiale Ursache.

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  • Je höher die Herzfrequenz, desto wahrscheinlicher ist eine Herzinsuffizienz. Werte über 200 Schlägen/Minute sprechen stark für eine kardiale Ursache.
  • Ein Galopprhythmus bei der Herzauskultation war sehr spezifisch für eine Herzinsuffizienz.

Katzen mit niedriger Körpertemperatur, hoher Herzfrequenz und/oder Galopprhythmus sollten so früh wie möglich ein Diuretikum als Notfallmedikation erhalten. Um Fehldiagnosen zu vermeiden, muss diese erste Einschätzung jedoch bestätigt werden, sobald weitere Untersuchungen wie ein Herzultraschall möglich sind. Ist die Ursache der Dyspnoe nicht kardiogen, ist ohnehin weitere Diagnostik nötig. Fast zwei Drittel der Patienten in der Studie hatten eine kongestive Herzinsuffizienz, in den restlichen Fällen war die Dyspnoe nicht kardiogen. Erstaunlicherweise war felines Asthma nur sehr selten Ursache der akuten Atemnot. Eine empirische Therapie mit Kortikosteroiden ist daher nach Ansicht der Autoren zu vermeiden.

Originalpublikation:
Dickson D, Little CJL, Harris J, Rishniw M (2018): Rapid assessment with physical examination in dyspnoeic cats: the RAPID CAT study. J Small Anim Pract 59: 75–84. DOI 10 1111/jsap.12732.

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