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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Untersuchung einer Bullterrier-Zuchtlinie hinsichtlich einer möglichen Hypertrophie des Aggressionsverhaltens im Hund-Hund-Kontakt des Niedersächsischen Wesenstests

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 123, 192-197

DOI: 10.2376/0005-9366-123-192

Publiziert: 05/2010

Zusammenfassung

Nach dem Gutachten zur Auslegung des § 11b TierSchG tritt eine Hypertrophiedes Aggressionsverhaltens besonders ausgeprägt in bestimmten Zuchtliniender Bullterrier, American Staffordshire Terrier und Hunde vom Pitbull-Typus auf.Dieses Gutachten stellt die Grundlage vieler Gesetze in Deutschland dar. Beider vorliegenden Arbeit handelt es sich um die Untersuchung einer Bullterrier-Zuchtlinie, repräsentiert durch 38 Hunde, auf das Vorhandensein inadäquatenoder gestört aggressiven Verhaltens bzw. einer Hypertrophie des Aggressionsverhaltens.Alle Hunde wurden im Hund-Hund-Kontakt des Wesenstestsnach den Richtlinien der Niedersächsischen Gefahrtierverordnung (GefTVO)vom 05.07.2000 getestet. Es wurde ein Vergleich der Ergebnisse der Bullterriermit den Ergebnissen von 347, ebenfalls unter die betreffende Verordnungfallenden Hunden (Böttjer, 2003) gezogen. Untersucht wurde, ob Hinweise aufsignifikante Unterschiede in der Häufigkeit des Auftretens von inadäquatemoder gestört aggressivem Verhalten zwischen den von Böttjer (2003) untersuchtenHunden und den getesteten Bullterriern vorliegen. Der Vergleichsollte über eine mögliche signifikante Häufung des Aggressionsverhaltens iminnerartlichen Kontakt Aufschluss geben. Von 38 getesteten Hunden zeigten25 (65,71 %) keinerlei aggressive Signale. Mit „stationärem Drohen“ reagierten1 Hunde (23,68 %). Vier Hunde (10,53 %) zeigten „nicht stationäres Drohen“.Somit reagierten alle Bullterrier in jeder der Testsituationen des Hund-Hund-Kontaktes situationsangemessen. Es ergab sich kein signifikanter Unterschiedzu den Ergebnissen der von Böttjer (2003) untersuchten Hunde. Mithin ergabdiese Untersuchung keinerlei Hinweise auf ein inadäquat oder gestört aggressivesVerhalten bzw. eine Hypertrophie des Aggressionsverhaltens bei dieserBullterrier-Zuchtlinie. Tatsächlich zeigte sich die weit überwiegende Mehrheitder Hunde während der gesamten Studie sowohl sozial kompetent als auch zurKommunikation und Konfliktlösung befähigt.
Bullterrier
Wesenstest
Aggressionsverhalten
Hund-Hund-Kontakt
Gefahrtierverordnung

Summary

The expertise on the interpretation of § 11b TierSchG assumes that a hypertrophyof aggressive behaviour exists in some blood lines of Bull Terriers, AmericanStaffordshire Terriers and Pitbull type dogs. This study was carried out to detectwhether a hypertrophy of aggressive behaviour occurred in a certain Bull Terrierbreed line. A total of 38 dogs representing this line were tested accordingto the guidelines of the Dangerous Animals Act of Lower Saxony, Germany(GefTVO) enacted on July 5th, 2000. Furthermore, the results of their behaviourtowards other dogs during the test were compared to those of 347 dogs testedby Böttjer (2003) in order to investigate possible significant differences in theoccurrence of inadequate or disturbed aggressive behaviour. The comparisonwas aimed at exposing a possible significant accumulation of intraspecificaggressive behaviour. In the situations of dog-dog-contact of the test, 25(65.71%) of the 38 Bull Terriers showed no aggressive behaviour. “Stationary threatening behaviour” was displayed by 1 dogs (23.68%). Four dogs (10.53%)responded with “non-stationary threatening behaviour”. All Bull Terriers reactedappropriately in every situation. A significant difference when comparing theresults of the Bull Terriers to those of the dogs examined by Böttjer (2003) wasnot found. In conclusion, there were no indications for inadequate or disturbedaggressive behaviour in this Bull Terrier breed line. Furthermore, the broadmajority of dogs proved to possess excellent social skills as well as the ability tocommunicate competently and to solve conflicts appropriately.
Bull Terrier
temperament test
aggressive behaviour
dog-dog-contact
Dangerous Animals Act

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