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Zur Struktur und Funktion des Ösophagus des Netzpythons (Python reticulatus) unter Berücksichtigung spezieller Anforderungen durch den Nahrungstransport

Kleintierpraxis 54, 213-220

Publiziert: 04/2009

Zusammenfassung

Die Arbeit kennzeichnet mit Hilfe von histologischen undglykokonjugat-histochemischen Methoden die spezielleStruktur des Ösophagus des Netzpythons (Python reticulatus)unter besonderer Berücksichtigung des Epithels undseiner Hauptaufgaben. Die mehrreihige Lamina epithelialisbesitzt Becherzellen sowie Kinozilien tragende Zellenund tritt in zwei verschiedenen Strukturtypen auf. Der amhäufigsten vorhandene Epitheltyp 1 zeigt viele schlankeBecherzellen, gleichartig in Form und Farbe, die Kinozilientragenden Epithelzellen bleiben unauffällig. Der Epitheltyp2 besteht aus voluminöseren Becherzellen sowie guterkennbaren, wenngleich oft Sanduhr-ähnlich zusammengepresstenEpithelzellen mit Kinoziliensaum und findet sichin der Regel nach der Fütterung.Messungen an Querschnitten des Ösophagus ergaben,dass das Organ enorm dehnungsfähig ist. Im Vergleich zuTieren ohne Beute kann der äußere Umfang um das neunbiszehnfache und der Durchmesser um etwa das neunfachezunehmen.Die Verwendung klassischer Glykokonjugat-Färbungen(AB pH 1,0 und 2,5; AB 2,5/PAS) hebt die Entwicklungeines durchlaufenden Zyklus hervor, der sich im Inhalt derBecherzellen farblich von blau (sauer, unreif ) bis dunkelviolett(neutral, ausgereift) entwickelt. Erst durch Fütterung,die zur Abgabe der reifen Schleimsekrete führt, wird offenbarein neuer Zyklus angeregt. Die Tatsache, dass nichtalle Mukus produzierenden Anteile des Epithels immerim gleichen Zyklusstadium sind, verweist dabei auf einenMechanismus, der den Netzpython befähigt, nach langenFresspausen den zum Transport der verschlungenen Beutezwingend notwendigen Schleim sofort bereitzustellen.
Ösophagus
Struktur
Schleimfunktion
Belastungsfähigkeit
Reptilien

Summary

Structure and function of the oesophagus in the Reticulatedpython (Python reticulatus), related to the animal‘s specialrequirements for food transport
Based on histological and glycoconjugate histochemicalmethods, this study characterizes the specific structure of theoesophagus of the Reticulated python (Python reticulatus),with especial regard to the epithelium and its main functions.The Reticulated python has a thin and very expandableoesophagus. The results of the measurements of transversesections of the oesophagus emphasized that this organ hasan enormous extension capacity when containing prey; i.e.,the outer perimeter can reach nine to tenfold values, and thediameter up to ninefold values compared to non-fed animals.Snakes have developed a special mucosa that enablesthe smooth transport of food independent of the nutritionalstatus of the animal. In this study on 21 Reticulatedpythons, there are two types of pseudostratified columnarlamina epithelialis present in the oesophagus, both containinggoblet cells and columnar ciliated (kinocilia) cells.Type 1 epithelium is found very often and contains manyslim goblet cells that are similar in shape and colour, whilethe ciliated cells are inconspicuous. Type 2, which wasmostly found after feeding, consists of voluminous gobletcells and clearly visible ciliated columnar cells, which oftenappeared compressed into an hourglass-like form.The use of classical glycoconjugate histochemical stainingmethods (AB pH 1.0 and 2.5; AB 2.5/PAS) demonstratedthe presence of a continuous developmental cycle of thegoblet cells, visualized by their colour which changed fromblue (acid, immature) to dark violet (more neutral, mature).A new cycle did not seem to be activated until feeding,which also initiated the release of mature mucus. The factthat not all mucus-producing parts of the oesophageal epitheliumexhibited the same cycle stage indicates that theremust be a mechanism that enables the Reticulated pythonto provide mucus very rapidly for prey transport, whennecessary immediately, even after long periods of fasting.
oesophagus
structure
mucus function
stress capacity
Reptiles

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