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Zur Entwicklung des Tuberculum supragleno-idale und der Cavitas glenoidalis der Scapula des Hundes und ihrer klinischen Bedeutung

Kleintierpraxis 52, 624-631

Publiziert: 10/2007

Zusammenfassung

Frakturen des Tuberculum supraglenoidale der Scapulatreten vor allem beim Junghund auf. Das Tuberculumsupraglenoidale besitzt ein eigenes Ossifikationszentrum,das in der Literatur uneinheitlich als Epiphyse oder Apophysebezeichnet wird. Diese Einordnung ist für die Frakturbehandlungvon Bedeutung. Zur Klärung der Entwicklungszusammenhängewurde in dieser Arbeit das distaleEndstück der Scapula mit der Cavitas glenoidalis und demTuberculum supraglenoidale bei 6 Wochen, 13 Wochenund 5 Monate alten sowie adulten Hunden histologischuntersucht. Die Befunde ergaben, dass die Cavitas glenoidalisdie distale Epiphyse der Scapula darstellt. Diese sehrschmale und konkave Epiphyse bildete nur in ihrem kranialenDrittel, das den Bereich des Tuberculum supraglenoidalemit einschließt, einen Knochenkern aus; die zentralenund kaudalen Epiphysenabschnitte blieben während dergesamten Entwicklung rein knorpelig. An der Grenze derknorpeligen Epiphyse zur knöchernen Scapuladiaphyse wareine Wachstumszone ausgebildet, die zum Längenwachstumder Scapula beitrug. Für die Bildung des sekundärenOssifikationszentrums gab es mit 6 Wochen erste histologischeAnzeichen, mit 13 Wochen war es voll ausgebildetund mit 5 Monaten vollzog sich der knöcherne Durchbauder Epiphysenfuge. Unter zusätzlicher Berücksichtigung derEntwicklung des Ursprungs der Sehne des Musculus bicepsbrachii am Tuberculum supraglenoidale kann das sekundäreOssifikationszentrum als „Epiphyse mit einigen apophysärenKennzeichen“ beschrieben werden. Die klinischeBedeutung dieser Ergebnisse wird diskutiert.
Scapula
Tuberculum supraglenoidale
Cavitas glenoidalis
Epiphyse
Apophyse
Hund

Summary

Development of the supraglenoid tuberosity and the glenoidcavity of the scapula in dogs and its clinical significance
Fractures of the supraglenoid tuberosity occur mainlyin young dogs. The supraglenoid tuberosity has its ownossification centre which is described in literature eitheras an epiphysis or as an apophysis. This classification hasclinical relevance regarding fracture treatment. To clarify thedevelopmental pattern, the distal extremity of the scapulaincluding the glenoid cavity and the supraglenoid tuberositywas examined histologically in 6-week-, 13-week-,5-month-old and adult dogs. The results showed that theglenoid cavity represents the distal epiphysis of the scapula.This epiphysis was concave and very narrow. Only itscranial third which includes the region of the supraglenoidtuberosity developed a secondary ossification centre whilethe central and caudal parts of the epiphysis remainedcompletely cartilaginous. At the border between the cartilaginousepiphysis and the bony diaphysis a growth zoneformed which contributed to the growth of the scapula inlength. First histological findings indicating the formationof the secondary ossification centre were noted at the ageof 6 weeks and the centre was fully developed at the ageof 13 weeks. Its epiphyseal plate was about to fuse at theage of 5 months. When the development of the origin ofthe musculus biceps brachii at the supraglenoid tuberosityis also taken into account, the secondary ossification centrecan be described as an “epiphysis with some apophysealcharacteristics“. The clinical relevance of these results isdiscussed.
Scapula
tuberculum supraglenoidale
cavitas glenoidalis
epiphysis
apophysis
dog

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