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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Zum Vorkommen Transmissibler Spongiformer Enzephalopathien beim Rehwild (Capreolus capreolus), Rotwild (Cervus elaphus) und Gamswild (Rupicapra rupicapra) in Bayern

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 117

Publiziert: 01/2004

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wurden Hirnproben von 849 Wildwiederkäuern (654 vom Reh-, 189 vom Rot- und 6 vom Gamswild) aus ganz Bayern auf TSE untersucht. Hierzu wurde der Nachweis von PrPres mittels ELISA (Fa. BioRad) durchgeführt. Anschließend folgte eine stichprobenartige (n = 87) immunhistochemische Untersuchung mit dem monoklonalen Antikörper (mAb) L42. Validierungsuntersuchungen zur Überprüfung der Tauglichkeit des ELISA-Testes ergaben, dass bei der Prüfung von Hirngewebe von Wildwiederkäuern grundsätzlich niedrigere Extinktionen zu erwarten sind als bei Rinderhirnproben. Da Hirnproben von 2 bekannt CWD-positiven Wapiti-Hirschen zu eindeutig positiven Resultaten führten, wurde das Probenmaterial mit diesem Test untersucht. Dabei wurden keine Hinweise gefunden, die für ein Vorliegen von TSE sprechen. Auch die immunhistochemische Untersuchung von 10 % des Gesamtprobenumfangs ergab keine Anzeichen, die auf das Vorhandensein von PrPres schließen lassen. Anhand der großen Probenanzahl kann deshalb für Bayern die Aussage getroffen werden, dass mit 95 %iger Sicherheit die Prävalenzraten beim Rehwild unter 0,5 % und beim Rotwild unter 1,5 % liegen.

Summary

Brain samples of 849 free-ranging ruminants (654 roe deer, 189 red deer and 6 chamois) from Bavaria were examined for TSE. In this respect, detections of PrPres were carried out by ELISA technique (BioRad) and immunohistochemistry using the monoclonal antibody (mAb) L42. Validation experiments of the ELISA technique for the detection of prionprotein from free-ranging ruminants showed that the examination of brains of wild ruminants lead to lower extinctions than that of bovine brain samples. Due to the fact that brain samples of 2 known CWD positive wapitis showed definite positive results, all samples were analysed by this test. There were no indications on the occurrence of TSE in any of the sample. In addition, immunohistochemical investigations of 10 % of all samples did not show PrPres. Due to the large number of samples, the prevalence of TSE in Bavaria can be quoted under 0,5 % for roe deer and under 1,5 % for red deer with a certainty of 95 %.

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