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Wohin geht die Anti-Obesitas Therapie?

Der Praktische Tierarzt 93, 1087-1095

Publiziert: 12/2012

Zusammenfassung

Gastrointestinale Hormone spielen eine wichtige Rolle für die Regulation der Futteraufnahme. Die wichtigsten hierfür relevanten Hormone sind Amylin, Glukagon-like Peptid-1 (GLP-1) und Peptid YY (PYY). Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass die genannten Hormone entweder direkt oder indirekt für die Anti-Obesitas-Therapie eingesetzt werden können. Bei einem direkten Einsatz der Hormone bzw. ihrer Peptidanaloga ergaben sich sich ermutigende Therapieerfolge. Zu Amylin und GLP-1 wurden umfängliche experimentelle Untersuchungen durchgeführt. Die entsprechenden klinischen Studien sind jedoch noch nicht abgeschlossen, sie beinhalten auch Kombinationstherapien, z. B. den Einsatz von Amylinanaloga in Verbindung mit Leptin. Aufgrund ihrer Peptidstruktur müssen diese Hormone parenteral appliziert werden. Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass die Patientencompliance hierfür hoch ist. Die indirekte Nutzung der genannten Hormone beinhaltet chirurgische Manipulationen am Magen-Darm-Trakt, z. B. die Roux-en-Y-gastric-bypass(RYGB)-Operation, die zu einer Modulation der hormonellen Situation im Sinne einer vermehrten Sekretion gastrointestinaler Hormone führt, die per se eine Appetithemmung auslösen. GLP-1 und PYY, ggf. auch Amylin sind hierbei die beiden aussichtsreichsten Hormone. Die nach einer RYGB-Operation beobachteten, erhöhten Spiegel sind offenbar für ein vermehrtes Sättigungsgefühl und ein reduziertes Hungergefühl verantwortlich. Ausserdem nimmt die Präferenz für hochkalorische Nahrung ab. Die RYGB-Operation hat ferner einen bemerkenswerten Effekt auf Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen. Vielfach kann durch eine RYGB-Operation eine komplette Remission des Typ 2 Diabetes erreicht werden.
Obesitas
bariatrische Chirurgie
RYGB
GLP-1
Amylin
Exendin
Pramlintide

Summary

Surgical and hormonal avenues in anti-obesity therapy
Gastrointestinal hormones play a major role in the physiological control of eating. Prominent players in this control system are amylin, glucagon-like peptide-1 (GLP-1) and peptide YY (PYY). Research in recent years clearly indicates that these hormones may also be used for anti-obesity therapy, either directly or indirectly. Direct use of these hormones means that the application of hormones or their peptide analogues shows promising therapeutic results. Amylin-based and GLP-1-based approaches have been studied extensively in recent years and clinical studies are ongoing. These studies also include combination therapies like the combination of amylin analogues with leptin. Due to their chemical nature as peptides, these hormones must be administered parenterally. Clinical studies indicate that the compliance of patients for this route of administration is high. Indirect use of these hormones means that a surgical manipulation of the gastrointestinal tract, e. g. by the Roux-en-Y gastric bypass (RYGB) procedure, modulates the hormonal situation of the entire body and leads to a marked increase in the secretion of gastrointestinal hormones that, per se, produce eating inhibitory effects. Again, GLP-1 and PYY, but perhaps also amylin seem to be the most promising candidates. Increased levels of these hormones following RYGB seem to be responsible for increased satiation and reduced hunger. Further, the preference for high caloric food decreases. RYGB also has a remarkable effect on frequent comorbidities of obesity such as type 2 diabetes and cardiovascular disease. In many cases, RYGB leads to a complete clinical remission of type 2 diabetes.
bariatric surgery
Roux-en-Y gastric bypass
GLP-1
amylin
exendin
pramlintide

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