Hunde altern wesentlich schneller als Menschen.
Foto: nadine haase - stock.adobe.com

Aus der Forschung

Was wir von Hunden über das Altern lernen können

Eine groß angelegte amerikanische Studie untersucht an Zehntausenden von Hunden, welche Faktoren zu einem langen, gesunden Leben beitragen.

Das ewige Leben ist ein alter Traum der Menschheit. Gerne würden wir Falten und graue Haare, aber auch altersassoziierte Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Tumore oder Nierenerkrankungen mit einer magischen Pille loswerden. Doch über die Mechanismen des Alterns ist nach wie vor wenig bekannt.

Dog Aging Project

Wie beeinflussen Genetik, Umwelt und Lebensstil das Altern? Um Antworten zu finden, sammelt das Dog Aging Project Daten von Zehntausenden von Hunden. Die Forscher hoffen, Faktoren zu identifizieren, die mit einem langen, gesunden Leben assoziiert sind. Sie möchten Hunden zu mehr Lebensqualität und einem hohen Alter verhelfen, hoffen aber vor allem, die Ergebnisse auf den Menschen übertragen zu können.

Forschung am Hund für den Menschen

Hunde sind uns näher als jedes andere Tier. Sie verbringen den Tag mit uns, teilen unsere Lebenswelt und sind dabei denselben Umweltgiften ausgesetzt. Im Alter entwickeln sie ähnliche Probleme wie der Mensch: Tumoren, das Herz, die schmerzenden Gelenke. Dabei leben Hunde aber wesentlich kürzer, im Vergleich altern sie im Zeitraffer. Das hat die Wissenschaft als gewaltigen Vorteil für Studien erkannt: Tumorentstehung und -therapien, die Auswirkungen von Umweltgiften, die Mechanismen des Alterns – das alles lässt sich beim Hund in vergleichsweise kurzer Zeit und wesentlich kostengünstiger als in Studien am Menschen untersuchen. Dabei ist die Aussagekraft oft höher als bei Studien an Nabornagern, deren Umwelt sich viel deutlicher von unserer unterscheidet. Im Idealfall profitieren zum Beispiel von einer neuen Tumortherapie sowohl die Hundepatienten als auch erkrankte Menschen. In der Augustausgabe von Der Praktische Tierarzt stellen wir einige spannende Forschungsprojekte vor.

Die Wunderpille? Rapamycin als potenzielles Anti-Aging-Medikament

Eine Untergruppe der für das Dog Aging Project rekrutierten Hunde nimmt an einer klinischen Studie zu Rapamycin teil. Der Wirkstoff ist eigentlich ein Immunsuppressivum, das zum Beispiel nach Organtransplantationen eingesetzt wird. Er scheint aber auch Potenzial als Jungbrunnen zu haben und konnte das Leben von Labormäusen deutlich verlängern. Eine Pilotstudie an Hunden lieferte bereits vielversprechende Ergebnisse. Ist die Forschung am Hund erfolgreich, könnten Studien am Menschen folgen.

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Echt übel: gastroösophagealer Reflux nach Anästhesie und Operation

Postoperativ kämpfen viele Hunde mit Übelkeit, Regurgitation und Erbrechen. Amerikanische Wissenschaftler untersuchten, ob eine präoperative Gabe von Maropitant und Metoclopramid das Risiko für gastroösophagealen Reflux nach einer Operation senken kann.

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Zoonotisches Potenzial von Clostridium difficile

In einer groß angelegten Studie wurde untersucht, ob auch Haustiere ein Risikofaktor für Clostridium difficile-Infektionen beim Menschen sein könnten. Hintergrund sind Gemeinsamkeiten, die nachgewiesene Erreger bei beiden Spezies zeigen.

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Diabetes-Risikofaktoren bei der Katze

In einer breit angelegten Befragung gaben die Besitzer von Katzen mit und ohne Diabetes Auskunft über die Lebensumstände ihrer Vierbeiner. Stoff für Diskussionen und neue Studien.

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Chronischer Eisenüberschuss kann zu Hämosiderose führen

Die Eisenspeicherkrankheit gibt es auch bei Equiden, wie eine an der Universität Utrecht untersuchte Fallserie zeigt. Bei Pferden mit Zugang zu natürlichen Wasserquellen kann ein zu hoher Eisengehalt die Ursache einer chronischen Lebererkrankung sein.

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