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Vorkommen Methicillin-resistenter Staphylococcus (pseud)intermedius (MRS[P]I) bei Hund und Katze – Gefahr im Verzug?

Der Praktische Tierarzt 93, 678-686

Publiziert: 08/2012

Zusammenfassung

Schon vor mehr als 120 Jahren wurden Staphylokokkenals Verursacher eitriger Infektionen beschrieben. MitBeginn der Penicillin-Ära begann auch die Resistenzproblematik.Nicht nur MRSA, der in der Humanmedizin am stärksten gefürchteteKeim, stellt mittlerweile in der Veterinärmedizin ein Problem dar.Seit geraumer Zeit treten in der veterinärmedizinischen Praxis immerhäufiger Methicillin-resistente Staphylococcus (S.) (pseud)intermedius(MRS[P]I) auf, die den behandelnden Tierarzt aufgrundzahlreicher Resistenzen vor eine große therapeutische Herausforderungstellen. Da eine Unterscheidung zwischen S. intermediusund S. pseudintermedius nur auf molekularbiologischer Ebenemöglich ist, wird aufgrund der 2005 erfolgten Reklassifizierung imFolgenden von S. (pseud)intermedius bzw. Methicillin-resistentemStaphylococcus (S.) (pseud)intermedius, MRS(P)I, gesprochen. Inder vorliegenden Arbeit wird aufgrund des stetigen Anstieges multiresistenterKeime ein Überblick über den aktuellen Stand MRS(P)I-Isolate in Deutschland im Jahr 2008 gegeben. Dazu wurden 3623S. (pseud)intermedius-Isolate (Hund 3467, Katze 156) mittels PCRund Mikrodilution auf ihre Resistenzlage untersucht. Des Weiterensollte überprüft werden, ob es signifikante Unterschiede hinsichtlichder Häufigkeit des Vorkommens von MRS(P)I bei den beidenTierarten oder bei unterschiedlichen Lokalisationen gibt. Ein weitererSchwerpunkt lag auf dem Vergleich des Vorkommens vonMRS(P)I-Isolaten bei Hund und Katze hinsichtlich antibiotischerVorbehandlung. Beim Hund betrug der Anteil mecA-positiverMRS[P]I-Isolate 9,3 % (n = 322), bei der Katze 33,3 % (n = 52).Es zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen Hund und Katzehinsichtlich der Lokalisationen, aus denen MRS(P)I isoliert werdenkonnte. Die Tiere, bei denen sich MRS(P)I isolieren ließ, warendeutlich häufiger antibiotisch vorbehandelt als solche mit mecAnegativenStämmen.
Staphylococcus (pseud)intermedius
Multiresistenz
MRS(P)I
mecA

Summary

Methicillin-resistant staphylococcus (pseud)intermedius(MRS(P)I in the dog and cat – imminentdanger?
Staphylococci have been well known for causing purulentinfections for more than 120 years. Almost simultaneouslywith the use of penicillin, problems with bacterial resistance started.Not only has MRSA, which is the most-feared germ in humanmedicine, become a problem also in veterinary medicine. In veterinarymedicine, methicillin-resistant S. (pseud)intermedius weredetected with increasing incidence which is a challenge for thepracticing veterinarian due to multiple resistance to antibiotics.This study gives an overview about the current status of methicillin-resistant S. (pseud)intermedius in Germany based on findingsof specific tests performed in 2008 showing the continuing increaseof multiresistant strains. The resistance of 3623 S. (pseud)intermediusstrains (dogs 3467, cats 156) was analyzed with PCR andmicrodilution. Furthermore differences in the frequency of MRS(P)I between both species or different sites of disease were examined.Another focus was the comparison of frequency of MRS(P)I in dogsand cats with regard to antibiotic pre-treatment. In dogs, 9,3 %(n=322) and in cats 33,3 % (n=52) MRS(P)I were found. Greatdifferences between dogs and cats were seen concerning differentlocalisations. Animals with mecA-positive S. (pseud)intermediushad more often received pretreatment with antibiotics than animalswith mecA-negative S. (pseud)intermedius.
Staphylococcus (pseud)intermedius
multiresistance
MRS(P)I
mec

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