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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

Tier- und Artenschutz im internationalen Zierfischhandel und Lufttransport nach Deutschland

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 118

Publiziert: 05/2005

Zusammenfassung

Die Anzahl der in Deutschland gehaltenen Zierfische steigt, die Nachzuchten reichen aber bei weitem nicht aus, um den Bedarf der Aquarianer zu decken. Folglich werden Zierfische aus dem Ausland nach Deutschland importiert. Dies provoziert Artenschutz- und Transportprobleme. Zur Erfassung der Transportmodalitäten, wurden am Rhein-Main-Flughafen Frankfurt 1000 Zierfischsendungen ausgewertet. Aus 100 Sendungen wurden Wasserproben entnommen und auf Anästhetika untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine bedenkliche Situation des Lufttransportes von Fischen. Bei 41 % der Sendungen liegt die Gesamttransportzeit zwischen 31-42 h. Daraus resultierend lag in 5,2 % der Fälle eine Sauerstoffunterversorgung im Beutel mit Todesfolgen (n= 12 Sendungen) vor. Weiterhin fielen Beschädigung der Transportbehältnisse, zu hohe Fischdichten oder drastische Größenunterschiede der Fische im Transportbeutel auf. In 99 % der Fälle konnten Formfehler vermerkt werden. Aus drei Süßwasserfamilien, deren Haltung grundsätzlich vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe abgelehnt wird, wurden 1200 Tiere eingeführt. Die HPLC-Analyse der Wasserproben ergab bei allen Proben aus Singapur einen Zusatz des nicht deklarierten Anästhetikums 2-Phenoxyethanol. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Verbesserungen in der Überwachung des Lufttransportes und des Handels mit Zierfischen dringendnötig sind.

Summary

The number of ornamental fish kept in german aquariums is rising,but the supplyof offspring is not sufficient to meet the needs of the fish enthusiasts. Thereforemillions of ornamental fish from foreign countries are being imported to Germany. This provokes a number of new problems regarding the protection of species and the animals´ welfare during transportation. For the assessment of the transport conditions, 1000 shipments of ornamental fishes were evaluated at the Rhein-Main-Airport Frankfurt, Germany. Water samples were taken from 100 shipments and were examined for anaesthetics. The results are disturbing: 41 % of theshipments have total transportation times between 31-42 h resulting in an oxygen deficit in the transport bags (5,2 %) and dead ornamental fish. Also damage of the transportation containers, high fish densities as well as drastic size differences amoung the fish in one transport bag were noticeable. In 99% of the cases, formal defects could be noted. The German association of pet stores has declaredthat fish belonging to three special fresh water families should not be kept in anaquarium, but 1200 of such fish were imported. The HPLC analysis of the watersamples revealed an additive. The nondeclared anaesthetic 2-phenoxyethanolwas present in all samples taken from shipments based out of Singapore. The results emphasize that improvements are urgently necessary in the control of theair transport and trade with Ornamental fish.

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