Die Ventraldrüse wurde bei der Rennmaus zu Operationsbeginn ellipsoid umschnitten und entfernt
Foto: Klinik für Heimtiere, Reptilien, Zier- und Wildvögel der TiHo

Kleintierpraxis

Therapieoptionen und Überlebenszeit bei ovariellen Neoplasien der Mongolischen Rennmaus (Meriones unguiculatus) anhand von fünf Fallbeispielen

Therapy options and survival times for ovarian neoplasms in the Mongolian gerbil (Meriones unguiculatus) – five case studies

Kleintierpraxis 66, 87–99

DOI: 10.2377/0023-2076-66-87

Publiziert: 02/2021

Zusammenfassung

Fünf weibliche Rennmäuse wurden aufgrund von Apathie in zwei tierärztlichen Kliniken vorgestellt. In der Allgemeinuntersuchung wurden bei vier der fünf Tiere palpatorisch abdominale Umfangsvermehrungen festgestellt. Durch Ganzkörperröntgenaufnahmen und abdominale Sonografie wurde bei allen Tieren die Verdachtsdiagnose einer Ovarveränderung gestellt. Es erfolgten eine diagnostische Laparotomie und Ovariektomie bzw. Ovariohysterektomie. Histologisch wurden bei einem Patienten ein benigner (Patient 1) und bei zwei Patienten ein maligner (Patienten 2 und 3) Granulosazelltumor des Ovars, ein uterines Adenokarzinom bei einem Patienten (Patient 1) sowie eine glandulär-zystische Hyperplasie des Endometriums bei einem weiteren Tier (Patient 2) diagnostiziert. Bei zwei Tieren erfolgte keine histopathologische Untersuchung. Die Überlebensdauer der Patienten nach der Operation betrug sechs Tage bis acht Monate. Ovarielle Neoplasien gehören zu den häufigeren Erkrankungen bei weiblichen Mongolischen Rennmäusen und sollten bei entsprechenden Symptomen und Untersuchungsbefunden als Differenzialdiagnose bedacht werden. Aufgrund des möglichen malignen biologischen Verhaltens und des bilateralen Auftretens einiger Ovarialtumoren ist die Ovariohysterektomie gegenüber der einseitigen Ovariektomie als Therapieoption zu bevorzugen. Die langfristige Prognose ist als vorsichtig anzusehen.

Kleinsäuger
Granulosazelltumor
Ovariohysterektomie
Ovariektomie
Neoplasie

Summary

Five female gerbils were presented with apathy at two veterinary clinics. Abdominal masses were palpated in four cases during the clinical examination. After whole body radiography and abdominal ultrasonography, the suspected diagnosis of an ovarian pathology was made in all five animals. A diagnostic laparotomy followed by an ovariectomy or ovariohysterectomy were performed. A histological diagnosis was undertaken only in three patients and revealed a benign granulosa cell tumour of the ovaries in one gerbil (Patient 1) and a malignant granulosa cell tumour of the ovary in the other two (Patients 2 and 3). In addition, a uterine adenocarcinoma was found in Patient 1 and a glandular-cystic hyperplasia of the endometrium was diagnosed in another (Patient 2). The post-surgical survival time of the five patients ranged from six days to eight months. Ovarian neoplasms are common in the female Mongolian gerbil and should be considered if corresponding symptoms occur. Due to the possible malignant behaviour and bilateral occurrence of some ovarian neoplasms, ovariohysterectomy rather than unilateral ovariectomy should be performed. However, the long-term prognosis is considered cautious.

 

Small mammals
granulosa cell tumor
ovariohysterectomy
ovariectomy
neoplasia

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