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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift

The impact of zoonotic MRSA colonization and infection in Germany

MRSA als Erreger von Zoonosen in Deutschland

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 127, 384-398

DOI: 10.2376/0005-9366-127-384

Publiziert: 09/2014

Summary

Methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) causes colonization and infection both in animals and humans. In Germany, cases of MRSA colonization among humans, w+hich affect 0.5–1.5% of the general population and 1.0–2.5% of patients at hospital admission, are still mostly associated with previous healthcare contact and defined epidemic clonal lineages. However, MRSA is also distributed in livestock production in Germany, mostly without causing infections in the animals. These MRSA predominantly belong to the clonal complex (CC) 398, but also to CC9 and CC97. Zoonotic transmission of MRSA CC398 from livestock to humans occurs predominantly in people with occupational livestock contact. Spread of MRSA CC398 to household members of these persons is also frequently observed, but dissemination in the general population is limited so far. However, especially in areas with intensive livestock husbandry, about 20–38% of MRSA CC398 cases among humans cannot be epidemiologically linked to direct livestock contact, indicating other transmission pathways. MRSA CC398 currently causes about 2% of all human MRSA infections (wound infections, pneumonia, sepsis) in Germany, but up to 10% in regions characterized by a high density of livestock-farming. The burden of MRSA in companion animals was demonstrated to range between 3.6–9.4% within wound samples obtained from dogs, cats and horses, respectively. In contrast to livestock and horses, MRSA distributed in pet animals are mostly associated with MRSA clonal lineages that are also prevalent in human healthcare facilities. Overall, zoonotic exchange of MRSA between humans and animals has relevant impact on the epidemiology of MRSA in
Germany.

S. aureus
MRSA
zoonosis
MedVet-Staph

Zusammenfassung

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) verursachen Besiedlungen und Infektionen bei Menschen und Tieren. In Deutschland ist die Mehrzahl der MRSA-Fälle beim Menschen, die 0,5–1,5 % der Allgemeinbevölkerung und 1,0–2,5 % der Patienten bei Krankenhausaufnahme betreffen, mit vorhergehendem Kontakt zu Einrichtungen des Gesundheitswesens assoziiert. Meist handelt es sich um Besiedlungen durch definierte, epidemisch auftretende MRSA-Genotypen. Zugleich wird MRSA jedoch verbreitet in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung gefunden, meist ohne Infektionen bei den Tieren auszulösen. Unter diesen Nutztier-assoziieren MRSA überwiegt der klonale Komplex (CC) 398 neben CC9 und CC97. Zoonotische Übertragungen von MRSA CC398 führen zur nasalen Besiedlung von Berufsgruppen mit Nutztierkontakt und deren Haushaltsmitgliedern. Die Verbreitung von MRSA CC398 in der Allgemeinbevölkerung ohne Tierkontakt ist bisher eingeschränkt; jedoch können, insbesondere in ländlichen Regionen, ca. 20–38 % der Fälle von MRSA CC398 bei Menschen nicht auf einen (in-)direkten Tierkontakt zurückgeführt werden, was auf andere Transmissionswege hindeutet. MRSA CC398 verursacht derzeit etwa 2 % aller humanen MRSA- Infektionen (Wundinfektion, Pneumonie, Sepsis) in Deutschland, jedoch bis zu 10 % in Regionen mit hoher Tierhaltungsdichte. Bei Hunden, Katzen und Pfer­den werden zwischen 3,6 und 9,4 % der Wundinfektionen durch MRSA ausgelöst. Anders als bei Nutztieren und Pferden sind die bei kleinen Haustieren gefundenen MRSA aber überwiegend identisch zu klonalen Linien, die auch in huma­nen Gesundheitseinrichtungen gefunden werden. Insgesamt wird zunehmend deutlich, dass der zoonotische Austausch von MRSA zwischen Mensch und Tier einen wichtigen Einfluss auf die Epidemiologie von MRSA in Deutschland ausübt.

S. aureus
MRSA
Zoonose
MedVet-Staph

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