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Mehr Toleranz, weniger Mobbing. Das sollte für alle Praxen gelten.

Arbeitsleben

Sieben Diversity-Maßnahmen für die bunte Tierarztpraxis

Das Diversity Management ist ein Tool, um Mitarbeiter langfristig an die Praxis zu binden.

Diversity Management – schon mal gehört? Hinter dem Begriff verbirgt sich nichts esoterisches, sondern ein Management-Tool für Praxisinhaber.

Ohne Angst in die Praxis

Jeder Mensch wünscht sich einen Beruf, der ihm Spaß macht. Zu dem er gerne und angstfrei geht, ohne ein Ziehen im Bauch. Es reicht ja schon, nach dem Studium ins kalte Praxiswasser zu springen, das beizeiten überfordern kann. Im Idealfall müssen sich Angestellte und Chefs am Arbeitsplatz nicht verstellen, sondern dürfen sich geben, wie sie sind. Dies ist leider nicht immer der Fall. Machen Tierärzte wiederholt schlechte Erfahrungen, kann dies die Psyche belasten und dazu führen, dass Angestellte der Praxis den Rücken kehren. Ziel des Diversity Managements ist es, in der Praxis eine wertschätzende und offene Kultur der Toleranz zu etablieren, sodass sich jeder Mitarbeiter wohl und gesehen fühlt. 

Umfrage: Unfairer Chef macht Mitarbeiter krank

Wer sich vom Vorgesetzten ungerecht behandelt fühlt, ist öfter krank. Das ermittelte der Fehlzeiten-Report 2020.
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Diversity Management in der Tierarztpraxis

Bisher haben sich noch nicht viele Tierarztpraxen dem Thema verschrieben. Ziel wäre es deshalb, einen Anfang zu machen, ohne Angst vor Fehlern zu haben. Folgende sieben Maßnahmen können leicht umgesetzt werden: 

  • Auf kulturelle Besonderheiten achten: Arbeiten Tierärzte aus anderen Kulturen mit im Team, sollten auch deren Feiertage und kulturellen Überzeugungen berücksichtigt werden.
  • Diversity-Kalender anlegen: Ein Diversity-Kalender erinnert an Feiertage wie den Internationalen Frauentag oder den Deutschen Diversity Tag.
  • Mitgliedschaft in der Initiative Charta der Vielfalt abschließen:  Die Initiative setzt sich für mehr Vielfalt am Arbeitsplatz ein und stellt Arbeitgebern zahlreiche Informationen zur Verfügung. Die Mitgliedschaft ist kostenfrei.
  • Gendergerechte Sprache nutzen: Gendergerechte Sprache (z.B. in Stellenanzeigen) kann bewirken, dass alle Bewerber sich gesehen und angesprochen fühlen.
  • Zeit für Austausch einplanen: Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen: für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und den regelmäßigen Austausch im Team.
  • Lunch & Learn veranstalten: Veranstalten Sie doch zum Beispiel mal ein „Lunch & Learn“ und tauschen Sie sich mit Ihren Mitarbeitern zu Diversity-Themen aus oder initiieren Sie einen Workshop mit externen Mentoren, in dem Ihr Personal lernt, was Diversity bedeutet und wie vielfältig das Thema ist.
  • Barrierefreiheit etablieren: Barrierefreie Praxiszugänge ermöglichen es auch Rollstuhlfahrern mit ihrem Tier zum Tierarzt zu kommen.

Wie gesagt: Es geht darum einen Anfang zu machen und nicht darum, von Anfang an perfekt zu sein.

Mehr zum Thema

  • Weitere Anregungen und Informationen zu konkreten Maßnahmen gibt es auf der Seite der Charta der Vielfalt. 
  • Tierarzt Volker Borchers beschäftigt sich schon seit zehn Jahren mit dem Thema Diversity Management. Abonnenten von der Praktische Tierarzt lesen in Ausgabe 9/2021, wie es ihrem Kollegen damit ergangen ist.