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Serratospiculose bei Falken

Ein weiblicher Wanderfalke aus einer Falknerei in der Schweiz verstarb in seiner Voliere. Bei der pathologischen Untersuchung zeigte der Vogel einen schlechten Ernährungszustand und einen Befall mit Federlingen.

In der Coelomhöhle und den thorakalen und abdominalen Luftsäcken waren adulte Nematoden mit einer Länge von 20–30 cm sichtbar. Die Luftsackwände waren eingetrübt und verdickt. Zusätzlich wiesen die Luftsackwände und die Serosa multifokale Parasitenstadien enthaltende Granulome auf. Außerdem war eine Nieren- und Viszeralgicht an weißlichen kreideartigen Auflagerungen auf Nieren, Perikard und Leber erkennbar. Die entnommenen Nematoden konnten anhand ihrer Morphologie als Serratospiculum species bestimmt werden, allerdings nicht die genaue Spezies, da kein vollständiger männlicher Parasit vorhanden war. Im Kot des verstorbenen Falken wurden Serratospiculum-Eier nachgewiesen. Bei der darauffolgenden parasitologischen Bestandsuntersuchung entdeckten die Veterinäre vier weitere Falken (zwei Wander- und zwei Gerfalken) mit Serratospiculum-Eiern im Kot, woraufhin alle Falken des Bestandes mit 2 mg/kg Ivermectin einmalig subkutan behandelt wurden. Zehn Tage später waren die Ergebnisse aller Tiere negativ bezüglich Serratospiculum-Eier.

Würmer als mögliche Ursache für Luftsack- und Lungenentzündung
Bereits mehrere Serrratospiculum-Arten sind bei europäischen Wildvögeln beschrieben, meistens sind Greifvögel betroffen. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Insekten, die als Zwischenwirt fungieren. Aber auch kleinere Beutevögel werden als paratenische Wirte diskutiert. Nach der Aufnahme durchbricht die Larve die Magenwand und wandert direkt in Lunge und Luftsäcke. Dort führen die Würmer zu einer granulomatösen Aerosacculitis und Pneumonie, welche durch bakterielle oder mykotische Sekundärinfektionen verstärkt werden kann. Die Eier der Parasiten gelangen über die Atemwege in die Schnabelhöhle und werden abgeschluckt und ausgeschieden. Dieser Fallbericht macht auf eine mögliche Differentialdiagnose zur Aspergillose bei gehaltenen und auch wildlebenden Falken mit Atemwegserkrankung aufmerksam.

Originalpublikation:
Veiga IB, Schediwy M, Hentrich B, Frey CF, Marreros N, Stokar-Regenscheit N (2017): Serratospiculosis in Captive Peregrine Falcons (Falco peregrinus) in Switzerland. J Avian Med Surg 31 (3): 250–255. DOI 10.1647/2016-204