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Chihuahua im Haikostüm: Zahlreiche im Handel erhältliche Produkte für Hunde und Katzen sind aus Sicht des Tierschutzes problematisch.
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Chihuahua im Haikostüm: Zahlreiche im Handel erhältliche Produkte für Hunde und Katzen sind aus Sicht des Tierschutzes problematisch.

Tierschutz

Schmerz und Leid durch ungeeignetes Zubehör

Auf dem Markt findet sich immer mehr tierschutzwidriger Haustierbedarf. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz informiert über ungeeignetes Zubehör für Hunde und Katzen.

Corona-Welpen und Lockdown-Kätzchen: Die Zahl der Tierhalter ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und mit ihr der gesamte Haustiermarkt. Die oft unerfahrenen Halter kaufen zunehmend online für ihren Hund oder ihre Katze ein, sodass eine Beratung durch einen Zoofachhändler nicht selten wegfällt. Eine Zulassungspflicht für Zubehör wie Halsbänder, Transportboxen oder Haustier-Toiletten gibt es nicht. Die Folge sind immer mehr Produkte, die entweder grundsätzlich als tierschutzwidrig einzustufen sind wie Stromreizgeräte oder aber durch unsachgemäße Handhabung zu Schäden und Leiden bei den Tieren führen können.

Die Tierärztliche Vereinigung Tierschutz (TVT e.V.) hat im März 2023 zwei neue Merkblätter veröffentlicht, welche detailliert auf tierschutzwidriges Zubehör für Hunde beziehungsweise Katzen eingehen. Bereits im Juli 2022 haben unsere Autorinnen ausführlich über das Thema geschrieben: Modernes Heimtierzubehör aus Sicht des Tierschutzes.

Modernes Heimtierzubehör aus Sicht des Tierschutzes

Der Haustierboom in der Pandemie führt auch zu innovativen Produkten im Heimtiersektor, die den Bedürfnissen der Tiere nicht gerecht werden.
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Tierschutzwidriges Zubehör für Hunde


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Ein explizites Verbot gibt es im Tierschutzgesetz für den Einsatz von Stromreizgeräten. Die Tierschutz-HundeVO verbietet den Einsatz von Stachelhalsbändern oder anderen für den Hund schmerzhaften Mitteln bei Ausbildung, Erziehung und Training. Dennoch sind solche und ähnliche tierschutzwidrigen Erziehungshilfen wie Halsbänder mit Luftdruck- oder Sprühgeräten im Handel erhältlich.

Anderes Zubehör wie Boxen, Spielzeug oder diverse Pflegeprodukte werden bei zu langer oder unsachgemäßer Anwendung zum Tierschutzproblem. 

Tierschutzwidriges Zubehör für Katzen

Als tierschutzwidriges Zubehör für Katzen nennt die TVT unter anderem Käfige, in denen Katzen viele Stunden verbringen sollen, zu weitmaschige Katzennetze oder Windeln für Kater, die das Markierverhalten unterbinden sollen.

Je nach Art und Anwendung können beispielsweise Ultraschallabwehrgeräte, stark duftende Katzenstreu oder Geschirre zu Schmerzen und Leiden der Katzen führen.

Ungeeignete Produkte erkennen und melden

Die neuen Merkblätter der TVT sollen dabei helfen, tierschutzwidriges Zubehör zu erkennen und zu vermeiden bzw. über eine sachgerechte Anwendung aufklären. Der Arbeitskreis 2 (Hunde und Katzen) der TVT bietet zudem an, dass nach einer Meldung von tierschutzwidrigem Zubehör die Verkäufer kontaktiert und auf das tierschutzwidrige Produkt hingewiesen werden.

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Kupieren der Rute bei Jagdhunden: Sinnvolle Prävention von Verletzungen oder Amputation ohne vernünftigen Grund?
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Kupieren bei Jagdhunden: Bitte mit Schwanz!

Derzeit gestattet das Tierschutzgesetz bei jagdlich geführten Hunden das Kupieren der Rute. Diese Ausnahmeregelung soll abgeschafft werden.

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Tierschutz

Tierschutzkongress: Vergesst die Tiere nicht!

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Die Tierschutz-Hunde-VO gilt auch für Diensthunde.
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Tierschutz-Hundeverordnung

Kein Stachelhalsband für Diensthunde

Nach Protesten von Tierschutzvereinen, aber auch der Bundestierärztekammer wird es keine Ausnahmeregelung von der Tierschutz-Hundeverordnung für die Ausbildung von Diensthunden geben.