Image
Foto:

Journal Club

Rezidivrate bei FLUTD

Münchener Internisten haben den Langzeitverlauf von Katzen mit Erkrankungen des unteren Harntraktes untersucht: Über die Hälfte erlitt mindestens einen Rückfall.

Wie ergeht es Katzen mit Feline Lower Urinary Tract Disease (FLUTD) in den Jahren nach der Erkrankung? Das wollten die Tierärztinnen der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München gerne wissen und haben die Besitzer von Katzen angerufen, die zwischen 2010 und 2013 wegen Anzeichen einer FLUTD in der Klinik behandelt worden waren. Sie sammelten Daten von 101 Katzen, davon 86 mit bekannter Diagnose.

Rückfälle sind sehr häufig
Von der Erstvorstellung bis zu dem Telefongespräch waren im Median 38 Monate vergangen. Nur fünf Katzen waren in der Zwischenzeit im Zusammenhang mit der FLUTD verstorben. Deutlich über die Hälfte der Patienten hatte einen oder mehrere Rückfälle erlitten. Rezidive traten meist im ersten Jahr nach der ursprünglichen Vorstellung in der Klinik auf, einige Katzen hatten aber auch erst nach zwei oder drei Jahren einen Rückfall. Über die Hälfte der Katzen mit Rezidiv erlitt mindestens zwei Rückfälle. Ob die ursprüngliche Diagnose Feline Idiopathische Zystitis, Harnwegsinfektion oder Urolithiasis lautete, hatte überraschenderweise keinen Einfluss auf die Rezidivrate oder die Häufigkeit der Rückfälle.

Gründliches Work-up auch bei Rezidiven
Bei 14 der 50 Katzen mit Rezidiv steckten hinter den verschiedenen FLUTD-Episoden unterschiedliche Ätiologien. Am häufigsten folgte auf eine Feline Idiopathische Zystitis zu einem späteren Zeitpunkt eine Urolithiasis. Die Autoren raten daher dazu, auch FLUTD-Katzen mit Rückfällen gründlich, inklusive Bildgebung, zu untersuchen.

Was bringt die Prophylaxe?
Fast drei Viertel der Besitzer berichteten, dass sie nach der ersten FLUTD-Episode präventive Maßnahmen ergriffen hätten: Haltung oder Toilettenmanagement verändert, mehr Feuchtfutter gegeben oder die Wasserversorgung verbessert. Insgesamt konnte kein Unterschied in der Rezidivrate mit und ohne Prävention festgestellt werden. Katzen mit Urolithiasis, bei denen mindestens zwei Maßnahmen ergriffen wurden – meist Diätfütterung und modifizierte Wasserversorgung –, erlitten jedoch signifikant seltener einen Rückfall. Insbesondere eine verbesserte Wasserversorgung wirkte sich positiv aus.


Originalpublikation:
Kaul E, Hartmann K, Reese S, Dorsch R (2019): Recurrence rate and long-term course of cats with feline lower urinary tract disease. J Feline Med Surg. DOI 10.1177/1098612X19862887.

Journal Club

10. Februar 2019

Urolithiasis beim Chinchilla durch Verkalkung einer Spermienmatrix

Ein aktueller Fallbericht beschreibt eine Urolithiasis mit folgender Hydronephrose aufgrund einer Verkalkung von Spermienmatrizes bei einem männlichen Chinchilla.

Journal Club

28. August 2019

Chirurgische Dosis und Rezidivrisiko

Eine Metaanalyse liefert den Nachweis: Die komplette Entfernung eines Weichteilsarkoms reduziert die Gefahr eines Rezidivs um 40 Prozent.

Journal Club

31. März 2019

Mögliche Therapie für FIP-Katzen

Eine aktuelle Feldstudie weckt Hoffnungen für Katzen mit Feliner Infektiöser Peritonitis: Mit einem Nukleosidanalogon scheint eine effektive Behandlung möglich.

Tagung

7. Dezember 2021

Kleine Wiederkäuer ganz groß

Von A wie Arzneimittelrecht bis Z wie zootechnische Maßnahmen: Neues und Interessantes rund um Schaf, Ziege und Neuweltkameliden