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Journal Club

Proteinverlustenteropathie: Was sagt mir die Vitamin-D-Konzentration?

Die Proteinverlustenteropathie ist ein Syndrom, das mit einer hohen Mortalität verbunden ist. Die Risikofaktoren für einen schlechten Krankheitsausgang wurden bisher noch nicht ausreichend charakterisiert.

Bei der Proteinverlustenteropathie (PLE) kommt es zu einem massiven Verlust von Eiweißen über den Darm. Als Hauptursachen gelten die chronisch-entzündliche Darmerkrankung (IBD), primäre intestinale Lymphangiektasien und das intestinale Lymphom. Zwar scheinen bestimmte Hunderassen anfälliger für eine PLE zu sein und es gibt Hinweise auf erhöhte Werte einiger Biomarker sowie Imbalancen im Elektrolythaushalt erkrankter Tiere (z. B. ionisiertes Kalzium); dennoch wurde bisher nicht ausreichend geklärt, welche Faktoren genau ein Risiko für einen schlechten Krankheitsausgang darstellen. Da bei Hunden mit chronischen Enteropathien häufig niedrige 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentrationen im Serum (25[OH]D) beschrieben werden – meist in Verbindung mit einem schlechten Krankheitsverlauf, lautet die Hypothese der vorliegende Studie, dass niedrige 25(OH)D-Konzentrationen im Serum von Hunden mit PLE möglicherweise als Risikofaktor zu werten sind und prognostisch genutzt werden können.

Retrospektive Studie
Von den insgesamt 43 Hunden mit PLE (Fälle aus den Jahren 2005–2014) hatten 21 Hunde einen schlechten Krankheitsausgang (Überlebenszeit 1 Jahr). Die aufbewahrten und eingefrorenen Serumproben der Hunde wurden im Zuge dieser Studie auf 25(OH)D und ionisiertes Kalzium untersucht. Die Anzahl der Hunde, die nur mittels Futterumstellung (hydrolysiertes Futter, Eliminationsdiät) behandelt wurden und keine immunsuppressiven Medikamente erhielten, war in der Gruppe mit gutem Krankheitsverlauf signifikant größer als in der negativen Gruppe. Die mittlere Serumkonzentration von 25(OH)D war bei Hunden mit schlechtem Ausgang signifikant (p = 0,017) niedriger als bei Hunden, die länger überlebten. Die Regressionsanalyse ergab, dass die 25(OH)D-Serumkonzentration ein statistisch signifikanter Faktor für die Bestimmung des Krankheitsverlaufs ist.

Fazit für die Praxis
Die Beziehung zwischen niedrigen 25(OH)D-Serumkonzentrationen und einem schlechten Krankheitsverlauf war signifikant. Ob Vitamin D (Cholecalciferol) eventuell auch einen therapeutischen Effekt bei Hunden mit PLE hat, muss in weiteren Studien untersucht werden.

Originalpublikation: Allenspach K, Rizzo J, Jergens AE, Chang YM (2017): Hypovitaminosis D is associated with negative outcome in dogs with protein losing enteropathy: a retrospective study of 43 cases. BMC Vet Res 13: 96. DOI 10.1186/s12917-017-1022-7.

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