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Kleintierpraxis

Praxiserfahrungen zur intravenös verabreichten Narkose mit Medetomidin, Midazolam und Fentanyl (MMF) bei der Ovariohysterektomie des Zwergkaninchens

Clinical experience of the use of medetomidine, midazolam and fentanyl (MMF) as intravenous narcosis for ovariohysterectomy in the dwarf rabbit

Kleintierpraxis 58, 445-452

DOI: 10.2377/0023-2076-58-445

Publiziert: 11/2013

Zusammenfassung

Die intramuskulär verabreichte Triplenarkose mit Medetomidin, Midazolam und Fentanyl hat sich in der Praxis für chirurgische Eingriffe beim Kaninchen etabliert. Allerdings
wird bei schmerzhaften abdominalen Operationen das Stadium der chirurgischen Toleranz nicht immer zufriedenstellend erreicht, was intramuskuläre Nachdosierungen oder den Einsatz zusätzlicher Anästhetika erfordert und damit das Narkoserisiko erhöht. Die intravenöse Applikation hat der intramuskulären Injektionsart ein schnelleres An- und Abfluten und damit eine bessere Steuerbarkeit sowie eine genauere Dosierungsmöglichkeit voraus. In den vorliegenden dokumentierten Fällen (n = 18) hat sich die intravenöse Applikation von 0,1 mg/kg Medetomidin, 0,5 mg/kg Midazolam und 0,01 mg/kg Fentanyl in einer Mischspritze bewährt. Als Initialdosis wurden zwei Drittel der Gesamtdosis unmittelbar nach Legen eines Venenverweilkatheters in die Ohrrandvene (V. auricularis lateralis) zügig injiziert. Nach dem Vorbereiten des Operationsbereiches wurde circa sechs bis acht Minuten später die verbliebene Restmenge verabreicht. Bei allen 18 Tieren wurden während der gesamten Anästhesiedauer und bis einschließlich 10 min nach der intramuskulären
Teilantagonisierung mit 0,05 mg/kg Atipamezol und 0,015 mg/kg Naloxon zur Beurteilung der Narkosetiefe der Lid-, Ohr- und Zwischenzehenreflex in regelmäßigen Abständen überprüft sowie die Atem- und Herzfrequenz und die periphere Sauerstoffsättigung gemessen. Dabei zeigte sich, dass die Kaninchen, die während der Operation nicht mit
Sauerstoff supplementiert wurden, gegenüber den mit Sauerstoff supplementierten Tieren eine signifikant niedrigere Sauerstoffsättigung bis in den hypoxischen Bereich erzielten.
Triplenarkose
teilantagonisierbare Anästhesie
Kastration
Kaninchen

Summary

Intramuscular injections of a triple combination of medetomidine, midazolam and fentanyl are commonly used to induce general anaesthesia in rabbits and to achieve
adequate surgical tolerance in many cases. However, when performing painful abdominal surgery, the state of surgical tolerance cannot always be achieved satisfactorily. The
required additional drug interventions potentially increase the anaesthetic risk. Conversely, intravenous drug administration is associated with a faster induction and recovery of anaesthesia than intramuscular administration. This results in a better control of anaesthesia and a more precise anaesthetic dosaging. In the present cases (n=18), the three anaesthetics were drawn up in a mixed syringe at a dosage of 0.1 mg/kg medetomidine, 0.5 mg/kg midazolam and 0.01 mg/kg fentanyl and administered intravenously. Initially, two thirds of the total dose was injected rapidly via an intravenous catheter in the lateral ear vein (V. auricularis lateralis). The remaining one third was injected after preparation of the surgical site (six to eight minutes later). In all 18 animals, the palpebral, auricular and pedal reflexes were checked, and the heart rate, respiratory rate and peripheral oxygen saturation were measured both during anaesthesia and up to ten minutes after partial intramuscular antagonisation with 0.05 mg/kg atipamezole and 0.015 mg/kg naloxone. It was noted that rabbits which did not receive supplemental oxygen during the procedure had significantly lower, sometimes hypoxic, SpO2 values than rabbits which received oxygen.
triple combination anaesthesia
partial antagonisable anaesthesia
castration
rabbit

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