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Porcines Circovirus 2 (PCV2)– Zusammenhänge zwischen Sequenz, Funktion und Virulenz

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Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 115, 449-456

DOI: 10.2376/0341-6593-115-449

Publiziert: 12/2008

Zusammenfassung

Mögliche Zusammenhänge zwischen PCV2-Virulenz und -Sequenz werdenderzeit kontrovers diskutiert. Die praktizierenden Tierärzte stehen vor der Frage,ob und zu welchem Anteil die im Feld beobachtete räumliche und zeitlicheVariabilität des klinischen Bildes PCV2-assoziierter Krankheiten (PCVD) auf inihrer Virulenz unterschiedliche PCV2-Varianten zurückzuführen ist und ob solcheZusammenhänge für Diagnostik und Prophylaxe genutzt werden können. In dervorliegenden Arbeit wird ein Überblick über die bekannten und diskutiertenfunktionellen Elemente des PCV-Genoms gegeben und deren Bedeutung für diePathogenese diskutiert. Weiterhin wird die Variabilität zwischen und innerhalbvon PCV2-Stämmen, sowie die Diskrepanz zwischen phylogenetischen Betrachtungendes Gesamtgenoms bzw. des hochvariablen ORF 2 (offener Leserahmen2) und der dabei zwangsläufig vernachlässigten Gewichtung von Einzelsequenzvariantendargestellt. Der nur lose Zusammenhang zwischen Phylogenie- undVirulenz-determinierenden Sequenzabschnitten dient als Erklärungsansatz fürdie stark widersprüchlichen Ergebnisse verschiedener Autoren hinsichtlich desZusammenhangs zwischen Sequenz und Virulenz. Als Fazit bleibt, dass derzeitkeine molekularen Marker für die Virulenz Porciner Circoviren 2 zur Verfügungstehen und damit der quantitative Aspekt der Infektion in Diagnostik, Prognostik,Prophylaxe und Bekämpfung im Vordergrund steht.

Summary

Presently, potential associations between PCV2 virulence and -sequence arediscussed controversially. Practitioners are rattled, whether and to which extentspatio-temporal variations in PCV2 associated diseases (PCVD) on farms might beattributed to distinct PCV2 strains, differing in virulence, and if this factor shouldbe taken into account regarding diagnosis and prophylaxis. The present paperprovides a review on known and discussed functional elements of the PCV2genome and their significance in pathogenesis is discussed. Furthermore, variabilitybetween and within PCV2 strains and discrepancy between the commonphylogenetic considerations of the total genome or the open reading frame 2(ORF 2) and single nucleotide variations are presented. Only incoherent associationsbetween phylogeny and virulence determining sequences serve as anexplanation for inconsistent results of different authors regarding sequence andvirulence. The conclusion is that there are presently no molecular markers forPCV2 virulence. Thus, quantitative considerations still remain the major factor indiagnosis, prognosis, prophylaxis and control of PCVD.

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