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Pilotstudie zur Bewertung der Effizienz insektizid-behandelter Netzzäune zum Schutz von Pferden gegen Weidefliegen im nördlichen Brandenburg

Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 119

Publiziert: 09/2006

Zusammenfassung

Bei dem hier beschriebenen Versuch sollte die Wirksamkeit eines schwarzen, 100 cm hohen, mit Deltamethrin und einem UV-Schutzfaktor vorbehandelten Netzstoffes gegen Weidefliegen bei Pferden eines Reit- und Pensionsbetriebs im Norden von Brandenburg untersucht werden. Das Netz wurde von außen mit geringem Abstand zum Erdboden (15 cm) an dem vorhandenen Weidezaun befestigt. Drei Versuchsgruppen befanden sich auf räumlich voneinander getrennten Weideflächen mit vergleichbarer Insektendichte. Bei der ersten Fläche, einem Paddock, wurden dreiviertel des Umfanges mit dem Netz umgeben; der übrige Teil bestand aus einer 70 m langen und 170 cm hohen Mauer,die ungeschützt blieb. Die zweite Fläche hatte einen Gesamtumfang von 942 m,von dem 126 m (13,4 %) durch das Netz geschützt waren. Auf der dritten Fläche wurde die ungeschützte Kontrollgruppe gehalten. Bei der vergleichenden Auswertung der Fliegenfänge mit A/z/'-fallen ergaben sich deutliche Unterschiede:die Fänge in der Nähe der geschützten Koppeln waren um mehr als 60 % geringer. Zur Ermittlung des Dipterenbefalls wurden einmal wöchentlich fünf verschiedene Körperregionen (Auge, Hals, Rücken, seitliche Brust- und Bauchwand, Unterbrust) fotografiert und die Anzahl der Musciden und Tabaniden auf den digitalisierten Fotos visuell ausgezählt. Die so ermittelte durchschnittliche Befallsintensität betrug in der Kontrollherde 172,1 Dipteren pro Tier. Dagegen betrug sie auf der voll- und teilgeschützten Weide 4,4 bzw. 7,6 Dipteren pro Pferd. Die Kontrollgruppe fiel durch permanente Abwehrbewegungen gegen die Fliegen auf Dagegen war das Weideverhalten der Tiere auf den geschützten Flächen ungestört.

Summary

A fence of black mosquito netting of 100 cm height, pre-treated with 80 mg/m2 of deltamethrin and UV-protected, was used to shelter horses from nuisance and biting insects on pasture in northern Brandenburg.The netting material was attached to the surrounding poles of the existing fences at a height of 15 cm above ground.Three trial groups were selected grazing in spatially separated areas with comparable densities of insect populations. One paddock was comple-tely fenced apart from a wall of 170 cm height and 70 m length.The second pasture had only partial protection with 126 m (13.4 %) of fence out of a total perimeter of 942 m.The third pasture served as control.Trap catches outside the fully or partially protected pasture were by at least 60 % lower than those recor-ded for the control pasture. Digital pictures from five different anatomical regions indicated fewer flies on horses kept at the completely or partially protected areas as compared to the control area.The average attack rate in the protected areas amounted to 4.4 and 7.6 flies per horse at the completely or partially protected areas, respectively, as opposed to horses on the control pasture with 172.1 flies. In comparison to the control pasture the horses grazing on the protected areas showed fewer defensive movements, grazing in an undisturbed manner.

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