Wie fällt die Beurteilung der Pflichtpratika für die Tiermedizin aus?  Eine Originalarbeit gibt jetzt Antworten.
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Der Praktische Tierarzt

Pflichtpraktika in der Tiermedizin – Evaluationsergebnisse und Entwicklungen

Extramural internships in veterinary medicine – evaluation and development

Der Praktische Tierarzt 101, 532–543

DOI: 10.2376/0032-681X-2015

Publiziert: 06/2020

Zusammenfassung

Die Vermittlung und Förderung von praktischen Fertigkeiten stellt einen essenziellen Teil der tiermedizinischen Ausbildung dar. Im Rahmen dieser Studie werden die Ergebnisse der ausgefüllten Evaluationen von Studierenden sowie betreuenden Tierärztinnen und Tierärzten der extramuralen kurativen Pflichtpraktika im Tiermedizinstudium aus den Jahren 2014–2016 (N = 1.736) dargestellt. Die Daten aus der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover werden mit den in 2010 veröffentlichten Daten (N = 360) verglichen. Ziel ist es, herauszufinden, ob es unterschiedliche Ausprägungen hinsichtlich der Verteilung der Praktikumsauswahl nach verschiedenen Praxisarten beziehungsweise Tierartenbereichen sowie der durchgeführten Tätigkeiten gibt. Weiterhin soll ermittelt werden, ob ein Zusammenhang zwischen Wohn- und Praktikumsort erkennbar ist, und zuletzt, welche Empfehlungen sich aus der Auswertung und Analyse der ausgefüllten Evaluationsbögen für die zukünftige Durchführung der Evaluation sowie für die curriculare Weiterentwicklung ergeben.

Im Vergleich zu den etwa zehn Jahre zuvor erhobenen Daten sind keine erwähnenswerten Unterschiede erkennbar. Hinsichtlich der Praxisarten wurden Praktika am häufigsten in der Kleintierpraxis (43,32 %) absolviert, gefolgt von Gemischt- (32,60 %), Pferde- (14,63 %) und der Nutztierpraxis (9,22 %). Studierende absolvierten ihr Praktikum zu 41 % in großer Entfernung (> 120 km) zum Heimatort und zu 36 % innerhalb des Heimatortes. Als häufigste praktische Tätigkeiten werden Durchführung von bildgebenden Verfahren, Blut­entnahme, Assistenz in Operationen, Injektionen sowie allgemeine Untersuchungsgänge gelistet. Die Auswertung der Evaluationsbögen hat eine Reihe an Empfehlungen hinsichtlich Formulierung der Fragestellungen im Evaluationsbogen, Formatierung der Evaluationsbögen sowie Integration und Anleitung zum Ausfüllen und Einreichen der Dokumente ergeben. Weiterhin geben die durchgeführten praktischen Tätigkeiten durch die Studierenden darüber Aufschluss, welche Fertigkeiten bereits an der Universität zur Vorbereitung auf Praktika vermittelt werden sollten und welche praktischen Fertigkeiten in den extramuralen Praktika zur Genüge trainiert werden. Dieser Abgleich soll indirekt die Konzeptionierung der Praktika in Absprache zwischen den Studierenden und den Praktikumsleitern erleichtern.

Insgesamt werden die extramuralen Praktika sowohl von den Studierenden als auch von den betreuenden Tierärztinnen und Tierärzten als sehr positiv beurteilt. Um den außeruniversitären Wissens- und Kompetenzzuwachs genauer untersuchen und gegebenenfalls besser steuern zu können, sollten Anpassungen an geplante deutschlandweit einzusetzende Evaluationsbögen stattfinden.

praktische Fertigkeiten
Ersttagskompetenz
studentische Zufriedenheit
kurative Praktika

Summary

Teaching and promoting practical skills is an essential part of veterinary education. This study presents the results of evaluations completed by students and supervising veterinarians of extramural mandatory internships in practical or clinical veterinary medicine from 2014–2016 (N=1,736). The data collected at the University of Veterinary Medicine Hannover are compared with data published in 2010. The aims were to identify whether there are differences with regard to the distribution of the internship selection in different practice types or rather animal species and the activities carried out. Furthermore, it should be determined whether a connection between place of residence and place of internships is recognizable. Finally, results may reveal recommendations from the evaluation and analysis of the completed evaluation forms for the future implementation as well as for the curricular development.

In comparison with data collected about ten years ago, not many differences are apparent. Regarding the type of practice, students most often completed an internship in small animal practice (43.32%), followed by mixed (32.60%), horse (14.63%) and livestock practice (9.22%). 41% of students completed their studies at long distances (>120km) from residence and 36% within their hometown. The most common practical activities are imaging, blood sampling, surgical assistance, injections and general examination. The examination of the evaluation forms has resulted in a number of recommendations regarding formulation of questions, formatting as well as integration and guidance to fill out and submit the documents. Furthermore, the practical activities performed by students provide information about which skills should already be taught at the university in preparation for internships. This comparison is intended to indirectly facilitate the conceptual design of internships in consultation between students and internship managers.

Overall, the extramural internships are assessed as very positive by both students and supervising veterinarians. In order to be able to investigate the extracurricular knowledge and competence growth more precisely and, if necessary, better control it, adjustments to already planned evaluation forms used throughout Germany should take place.

practical skills
Day-One-Competencies
Satisfaction of students
curative Internships

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