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Der Praktische Tierarzt

Perforierende Mastdarmverletzungen bei drei Rindern – ein Fallbericht

Der Praktische Tierarzt 85, 754-760

Publiziert: 10/2004

Zusammenfassung

In einem oberbayerischen Milchviehbetrieb wurdenam selben Tag bei drei zur Mast aufgestallten weiblichenFleckvieh-Rindern eine oder zwei stanzförmige Verletzungenim Rektum festgestellt. Die Tiere zeigten Erscheinungeneiner akuten Peritonitis. Die rektale Untersuchungkonnte bei den drei Rindern infolge hochgradiger perirektalerphlegmonöser Anschwellungen und stark eingeengtemRektum nur eingeschränkt durchgeführt werden. Beider Palpation der Rektalschleimhaut fanden sich im kranialenDrittel der Beckenhöhle etwa 1,5 cm große kreisrundeVerletzungen, die alle drei Schichten des Mastdarmserfasst hatten. Diese Läsionen waren etwa 2 cm tief und mitübelriechendem eitrig-nekrotischem Detritus angefüllt.Durch initiale Gabe steroidaler Antiphlogistika und mehrwöchigeAntibiose mit Penicillin G, Penicillin-Streptomycinund Oxytetracyclin konnten die drei Rinder geheilt undnach mehrmonatiger Mast der Verwertung zugeführt werden.Bei der Schlachtung waren alle drei Tierkörper genusstauglich.Durch die punktförmigen Öffnungen derDarmwand waren offensichtlich keine großen Kotmengenin die Excavatio rectogenitalis und in die freie Bauchhöhlegelangt. Ein Täter konnte selbst durch polizeiliche Überprüfungdes Vorkommnisses nicht ermittelt werden.

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